Informations- und Diskussionsveranstaltung „Stimmungslage Ost – Woher kommt das Unbehagen?

Eine Veranstaltung der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung

 

mit

Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Ettersberg

Prof. Dr. Heinrich Best, wissenschaftlicher Leiter der Studie Institut für Soziologie der Universität Jena

Prof. Dr. Gabriele Beibst, bisherige, langjährige Rektorin der FH Jena

Sergej Lochthofen, Journalist, früherer Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen (TA)

Dr. Juliane Stückrad, Autorin der Studie: „Ich schimpfe nicht, ich sage nur die Wahrheit. Eine Ethnographie des Unmuts …“

Moderation:

Franz-Josef Schlichting, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung

 

 

mit Vorstellung ausgewählter Ergebnisse des aktuellen Thüringen-Monitors

 

 

 

 

Erneut hat der aktuelle Thüringen-Monitor – also die seit vielen Jahren durchgeführte wissenschaftliche Untersuchung zur politischen Kultur im Freistaat und zur persönlichen Lage seiner Bewohner – in bemerkenswertem Ausmaß das Gefühl einer individuellen und kollektiven Benachteiligung als Ostdeutsche gemessen. Dieses als „Ostdeprivation“ bezeichnete Phänomen hat insofern eine besondere Relevanz für die politische Kultur, als dass es als signifikanter Erklärungsbeitrag für Rechtsextremismus, Neo-Nationalsozialismus und Fremdenfeindlichkeit gesehen wird.
Diese Empfindungen fügen sich ein in ein offenbar besonders im Osten Deutschlands verbreitetes Unbehagen, das sich auch in Wahlergebnissen niederzuschlagen scheint. Und dies trotz messbarer hoher persönlicher Lebenszufriedenheit. Seine Analyse zum Tag der deutschen Einheit betitelte der SPIEGEL mit „Der Riss“ und die ZEIT frage, ob Deutschland eine Ostquote brauche. Zum 3. Oktober konstituierte die Wochenzeitung: „Die Mauer ist nicht gefallen. Was der Westen nicht versteht: Den Ostdeutschen wurden ihre Identität und ihre Lebensgeschichte geraubt“. Eine diskussionsfähige These. Vermehrt wird für eine intensive Wahrnehmung und Analyse
der Transformationsprozesse nach 1990 plädiert. Das Bedürfnis und die Notwendigkeit entsprechender Diskurse sind offenkundig. Mit unserer Veranstaltung wollen wir dazu einen Beitrag leisten und den genannten und weiteren Fragen bzw. Thesen nachgehen. Die Diskutanten werden unterschiedliche,
spezifische Erfahrungen, Sichtweisen und wissenschaftliche Erkenntnisse einbringen, die ein fruchtbares Gespräch erwarten lassen.

Der Eintritt ist frei. Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Thüringen-Monitor 2017 ist im Internet abrufbar.

23. Januar 2018, 19:00 Uhr
Erfurt, Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße

Eine Veranstaltung der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung