Eine gute Tradition fand ihre Fortsetzung

4. Politisches Fachgespräch der anerkannten Träger der Erwachsenenbildung mit Politiker*innen der demokratischen Landtagsfraktionen am 28. Januar 2020

Diesmal hatte der TVV eingeladen in die Rotunde beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport.

Im Zentrum stand einmal mehr die politische Bildung. Als Input gab Dr. Ossip Fürnberg Erläuterungen zum aktuellen Thüringenmonitor.

Einen konkreten Einblick in die Arbeit der politischen Erwachsenenbildung erhielten die Politiker*innen durch eine kurze Vorstellung sechs beispielhafter Projektansätze:

  • Planspiel Sozialexperiment Eichsfeld (Bildungswerk im Bistum Erfurt)
  • Vortragsreihe zur Weimarer Republik (VHS Altenburger Land)
  • Exkursion in den Thüringer Landtag für Menschen mit Behinderung (DBI Johannes Falk)
  • 30 Jahre friedliche Revolution/ das Quartier der Moderne (VHS Weimar)
  • Demokratie in der Kita (Bildungswerk der AWO gGmbH)
  • Damenwahl – 100 Jahre Frauenwahlrecht (VHS Unstrut-Hainich)

 

Natürlich beschäftigte die Erwachsenenbildner*innen aus aktuellem Anlass die Frage nach der Wertigkeit ihrer Arbeit in der Widerspiegelung des Koalitionsvertrages. Wurde der Erwachsenenbildung beim Koalitionsvertrag von 2014 noch fast eine ganze Seite gewidmet, erstrecken sich die Aussagen im derzeit vorliegenden Regierungsvertrag auf wenige Zeilen.

Daraus sei jedoch keinesfalls zu schließen, dass die Bedeutung der Erwachsenenbildung abgenommen habe, antwortete der Landtagsabgeordnete der LINKEN, Christian Schaft. Er verwies darauf, dass das Regierungsbündnis in der vergangenen Legislatur seine komfortable Mehrheit genutzt habe, um die Erwachsenenbildung ganz wesentlich zu stärken. Im Bildungsausschuss werde sich seine Fraktion auch künftig für Erwachsenenbildung einsetzen und hierbei den Fokus vor Allem auf die politische Bildung und die Langfristigkeit von Projekten und personellen Ressourcen richten. Nicht nur für die Erwachsenenbildung im Allgemeinen sondern auch für das Bildungsfreistellungsgesetz wünsche er sich gemeinsame Lösungen der demokratischen Parteien.

Dr. Thadäus König von der CDU-Fraktion betonte, dass die Erwachsenenbildung ganz sicher ein Feld sei, das sie gemeinsam unterstützen wollen. Für ihn sei unstrittig, dass die Erwachsenenbildung gestärkt werden müsse und dass es mehr politische Bildung bedürfe, um der ständigen Weiterentwicklung der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Er hob weiterhin die Bedeutung der Digitalisierung hervor und dass bewährte Projekte fortgeführt werden sollten. Für das Bildungsfreistellungsgesetz kündigte er für seine Partei eine kritische Position an.

Dr. Thomas Hartung von der SPD freute sich über die Einigkeit der Parteien in Bezug auf die Stärkung der Erwachsenenbildung. Denn insbesondere für die Förderung eines besseren Demokratieverständnisses bei der Bevölkerung brauche es die vereinten Anstrengungen aller demokratischen Parteien. Daher brauche die politische Bildung ein Grundlevel an Ausstattung, das nicht mehr zur Debatte steht. Bei der Stärkung der Erwachsenenbildung müsse man die Gemeinsamkeiten der demokratischen Parteien herausarbeiten.

Auch Astrid Rothe-Beinlich von der GRÜNEN Landtagsfraktion unterstrich die Bedeutung der Erwachsenenbildung und verwies bezüglich des Koalitionsvertrages darauf, dass Erwachsenenbildung als Querschnittsthema betrachtet werden müsse und sich der Bildungsauftrag an die Träger auch in den im Koalitionsvertrag explizit dargestellten Bereichen Umweltbildung, Kultur, Integration, Alphabetisierung und Demokratiebildung niederschlage. Sie verwies beispielhaft auf die Erweiterung der Zielgruppe in den Start Deutsch Kursen.

Die FDP als neue Landtagsfraktion nahm das erste Mal am politischen Fachgespräch teil. Ihre Referentin, Mareike Edler, bot Gesprächsbereitschaft und Unterstützung an.

Die Veranstaltung war der Höhepunkt der GiB8-Kampagne, mit der die Träger im Landtagswahlkampf ihre Grundforderungen für eine gelingende Erwachsenenbildung formuliert hatten. Auch wenn leider viel zu wenig Zeit für Gespräche war, verabschiedeten sich die Teilnehmenden doch zufrieden: Die Erwachsenenbildung wird durch alle demokratischen Parteien im Thüringen Landtag als sehr bedeutend und nachhaltiger Unterstützung wert befunden.