Freie Träger der Erwachsenenbildung engagieren sich seit vielen Jahren auch bei der Qualifizierung von pädagogischem Personal in Kindertagesstätten und Grundschulen. Sie setzen die Pluralität ihrer Methoden und ihre Erfahrung im Umgang mit erwachsenen Lernenden ein, um das für die Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen notwendige Umdenken in Kindertagesstätten und Grundschulen voranzutreiben.

In Kooperation mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) arbeitet LOFT daran, die Kräfte der Partner zu bündeln und die Angebote wirkungsvoller verbreiten zu können. Den Höhepunkt bilden jährlich thematisch ausgerichtete Fachtagungen.


Pädagogischer Fachtag 2019: "Trau dich! - Demokratie fängt im Kleinen an"

Samstag, den 28. September 2019, in Arnstadt OT Marlishausen

 

Demokratie ist der Grundpfeiler unseres Zusammenlebens und muss erlernt, gelebt und gestaltet werden. Und zwar von Anfang an.

Dabei geht es um mehr als die Frage, wo und wann Kinder mitbestimmen dürfen sollten. Es geht darum, dass Kinder lernen ihre Rechte verantwortungsvoll zu nutzen, z.B. wie man seine eigene Meinung so vorbringen kann, dass man auch gehört wird, aber dabei niemanden verletzt. Nur so können Kinder zu Erwachsenen heranwachsen, die ihr Umfeld friedlich und tolerant mitgestalten.

Damit das gelingt, braucht es Sie, die pädagogischen Fachkräfte in Kita und Grundschule.

„Wenn Kinder mitbestimmen, verändert dies den Alltag grundsätzlich – und das im positiven Sinne: Kinder lernen ihre Perspektive verantwortungsvoll einzubringen, wenn Erwachsene gewillt und in der Lage sind, Beteiligungsprozesse demokratisch zu gestalten. Und so entstehen oft erstaunliche Lösungen, auf die Erwachsene allein vielleicht gar nicht gekommen wären.“, so die Hauptrednerin unseres Fachtages, Yvonne Rehmann.

Unser Fachtag will Grundlagen demokratischer Beteiligung aufzeigen, Anregungen geben und Mut machen, Partizipation zu wagen.

Freie Träger der Erwachsenenbildung engagieren sich seit vielen Jahren bei der Qualifizierung von pädagogischem Personal. Sie setzen die Pluralität ihrer Methoden und ihre Erfahrung im Umgang mit erwachsenen Lernenden ein, um das für die Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen notwendige Umdenken in Kitas und Grundschulen anzuregen und zu unterstützen.

Die Themen der Workshops richten sich an Pädagog*innen sowohl aus dem Elementar- als auch aus dem Primarbereich. Dadurch entsteht ein Austausch, der das wechselseitige Verständnis in den Institutionen stärkt, die gelingende Zusammenarbeit fördert und beide Seiten voranbringt.

In Kooperation der Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenbildung in Thüringen e.V. (LOFT) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) werden seit 2016 jährlich Fachtage zu einem aktuellen Bildungsthema angeboten. Wir freuen uns, Sie in diesem Jahr in Arnstadt, OT Marlishausen begrüßen zu können.

Die Veranstaltung findet in der Europaschule Marlishausen in der Schulstraße 1 in 99310 Arnstadt OT Marlishausen statt. Es besteht eine sehr gute Anbindung mit dem Zug (Achtung: Bedarfshalt wählen!) und mit dem Auto. Parkmöglichkeiten befinden sich in der Straße Am Sportplatz und in der Bahnhofstraße.

Europaschule Marlishausen - eine Grundschule, deren Schulprofil durch frühes Fremdsprachenlernen und Europaoffenheit geprägt ist

Flyer

9:00                     Ankommen

9:30 bis 10:30     Begrüßung - Hauptvortrag

10:30 bis 11:00   Kaffeepause

11:00 bis 13:00   Workshop-Runde 1

13:00 bis 14:00   Mittagspause und Mitmachangebote

14:00 bis 16:00   Workshop-Runde 2

Begleitend können Sie die Ausstellung "Kinderkunst zu Kinderrechten" besuchen.

Speisen und Getränke werden durch die Schule bereitgestellt (kostenpflichtig).

Trau Dich! - Demokratie fängt im Kleinen an. Was dabei herauskommt, wenn Kinder das Recht haben, mitzuentscheiden.

Yvonne Rehmann, freiberufliche Referentin für Kitas und Familienzentren

Beteiligung ist ein Recht des Kindes, für dessen Wahrung und Umsetzung die Erwachsenen die Verantwortung tragen. So können Kinder Demokratie im Alltag erfahren – entlang der Themen, die sie betreffen und interessieren. Oft sind Erwachsene erstaunt, welche guten Ideen Kinder haben, wenn es zum Beispiel darum geht, ein Fest mitzuplanen oder in einem offenen Prozess gemeinsam Regeln mit Kindern zu erarbeiten (ohne dass die Erwachsenen vorher schon im Kopf haben, was dabei am Ende herauskommen soll!). Mit ein wenig Zutrauen und fachlichem Know-How können Einrichtungen für Kinder zu „Kinderstuben der Demokratie“ werden, in denen Erwachsene und Kinder gemeinsam Verantwortung für den Alltag in der Kita übernehmen. „Dadurch wird auch für uns vieles leichter“, sagen Fachkräfte, die angefangen haben, sich auf diesen Weg zu begeben.

Das Institut für Partizipation und Bildung entwickelt in enger Zusammenarbeit zwischen Praxis und Wissenschaft seit fast 20 Jahren geeignete Methoden und Verfahren der Kinderbeteiligung. Die Erfahrung zeigt: Beteiligung beginnt in den Köpfen der Erwachsenen und ist nicht nur ein wichtiger Schlüssel zu Demokratie und Bildung, sondern auch zum Kinderschutz – und darüber hinaus macht es unglaublich viel Spaß, die Kinder in ihrer Entwicklung als eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige Persönlichkeiten zu begleiten!

Unsere Workshops

Unsere Kooperationspartner haben auch in diesem Jahr wieder fünf Workshops vorbereitet, welche für Sie in zwei Runden am Vormittag (11:00 bis 13:00 Uhr) und am Nachmittag (14:00 bis 16:00 Uhr) stattfinden.

Yvonne Rehmann, freiberufliche Referentin für Kitas und Familienzentren

Unsere eigenen Erfahrungen sind ein wichtiger Motor, den Umgang mit Kindern demokratisch(er) zu gestalten: Ob beim Mittagessen, dem Schlafen oder in Projekten: Wo die Meinung des einzelnen zählt, profitiert die Gemeinschaft von der Vielfalt. Ob dies gelingt, ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die im Workshop thematisiert werden sollen. Entlang einer wahren Geschichte aus einer Kita werden wir nachvollziehen und diskutieren, was es heißt, wenn Kinder Rechte haben und vor allem: Was wir dabei alle voneinander lernen können. Denn Partizipation erfordert, die Perspektive des anderen zu verstehen – und durch den sprachlichen aber vor allem auch bildlich gestalteten Dialog, der auch schon die Kleinsten einschließt, passiert Bildung durch Verständigung – beides stellt eine wichtige Grundlage für das Aufwachsen in einer Demokratie dar. All das gilt es aktiv zu gestalten. Der Workshop bietet hier praktische Ideen für die nächsten Schritte und wirft einen Blick auf Verfahren, um Beteiligung strukturell zu verankern, wie es gesetzlich gefordert ist.

Susanne Schildhauer, Kita-Leiterin, Veränderungsmanagerin NLP

In diesem Workshop gehen wir der Frage nach: Partizipation was bedeutet das für mich selbst und die Kinder? Durch unsere eigenen Erfahrungen kommen wir schnell in den Austausch, wo und an welcher Stelle Kinder sich beschweren können und wie wir Fachkräfte damit umgehen. Die Referentin wird ich aus „ihrer“ Kita berichten, welchen Weg sie im Team und mit den Kindern gegangen sind, damit sie ihr Beschwerdeverfahren für Kinder als festen Bestandteil ihrer pädagogischen Arbeit entwickeln konnten. Mit dem Workshop möchten wir gemeinsam mit Ihnen verschiedenen Möglichkeiten aufzeigen und festhalten, wie Kinder aktiv in Entscheidungen mit einbezogen werden können.

Anja Liebscher, B.A. Bildung und Erziehung im Kindes- und Jugendalter

Der Workshop thematisiert Gestaltungsansätze und Mitwirkungsmöglichkeiten für Kinder im Alltag von Kita und Grundschule und stellt dabei entwicklungspsychologische Bezüge her. Ergänzend dazu werden Gestaltungsmöglichkeiten insbesondere im Hinblick einer übergreifenden Zusammenarbeit im Übergangsprozess von Kita in die Grundschule aufgegriffen und reflektiert.

Wir erarbeiten gemeinsam Ziele und Gelingensbedingungen und beraten diese zusammen in einem Austauschprozess.

Anhand verschiedener bildungsrelevanter Themenfelder werden Umsetzungsstrategien vorgestellt und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kita und Grundschule aufgegriffen.

Maria Mewes, Diplombiologin, Ausbilderin für Kindertagespersonen

Verwöhnte Individualisten schaffen keine demokratische Gesellschaft? Was heißt hier überhaupt „verwöhnen“? Und was brauchen Kinder jetzt damit sie später gesellschaftsfähige demokratische Erwachsene werden können?

Kinder individuell zu begleiten und doch die Gruppe im Blick zu haben fühlt sich für pädagogische Fachkräfte manchmal wie ein Drahtseilakt an. Kinder sollen sich integrieren können. Sie sollen gesellschaftsfähig aber auch selbstbestimmte Erwachsene werden, die unsere Demokratie tragen und verantwortungsvoll für sie eintreten. Besonders die Jüngsten brauchen jedoch eine enge individuelle Begleitung. Und gerade da hört man allzu oft den Vorwurf: ‚Kinder zu verwöhnen schafft eine Gesellschaft voller Individualisten - das hat nichts mehr mit „gesellschaftsfähig“ zu tun!‘ Stimmt das?

Im Workshop wollen wir hinterfragen, ob man Kinder überhaupt verwöhnen kann und ob eine individuelle Begleitung wie Emmi Pikler sie in ihrer Zeit modern machte nicht genau die selbständigen und starken Kinder hervorbringt, die als Erwachsene eine demokratische Gesellschaft bilden können.

Dabei stellen wir uns die Fragen:

  • Warum können mit der pädagogischen Begleitung nach Emmi Pikler Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt werden?
  • Was hat das mit unserem modernen Bild vom Kind zu tun?
  • Und wie kann das im pädagogischen Alltag leicht und effektiv umgesetzt werden?

 

Sie sind eingeladen, gemeinsam Antworten und Möglichkeiten zu finden.

Stefan Puppe, Mediator, Supervior und Coach (DGSv - in Ausbildung)

Kommt es zu Konflikten, spitzt sich die Situation häufig zu und eine Lösung scheint in weiter Ferne. Die beteiligten Konfliktparteien fühlen sich dann nicht selten ohnmächtig, haben Angst, Wut, oder sind frustriert.

Dieser Workshop hilft Konflikte zu erkennen, einzuordnen und zu lösen. Ziel ist es, einen kleinen „Werkzeugkoffer“ an mediativen, konfliktlösenden Instrumenten zu erarbeiten, um Pädagog*innen und Kindern ein gutes Zusammenleben bzw. Zusammenarbeiten zu ermöglichen.

Was ist Mediation? Mediation ist ein vertrauliches Verfahren zur Vermittlung in Konflikten. Dabei begleiten Mediator*innen die Konfliktparteien und befähigen sie, ihre individuelle Situation konstruktiv zu bearbeiten. Es werden einvernehmliche wie auch zukunftsorientierte Lösungen gesucht und gefunden. Mediator*innen nehmen in diesem Prozess eine allparteiliche Rolle ein und gewährleisten Vertraulichkeit.

Was ist ein Konflikt? Unterschiedliche Ansichten, die in einen handfesten Streit ausarten, kommen in allen Lebensbereichen vor. Im Privaten, zwischen Nachbarn, aber auch im Kindergarten und in Schulen, prallen unterschiedliche Ansichten aufeinander und führen zu Konflikten. Ein Konflikt deutet zunächst daraufhin, dass etwas zu klären ist. Gar nicht, zu spät, oder nur unvollständig bearbeitete Konflikte beeinträchtigen die Zusammenarbeit, bzw. das Zusammenleben. Das Konfliktgeschehen strahlt dabei auf ganze Teams, Abteilungen, die Familien der Beteiligten und kostet viele Ressourcen, wie Zeit, Geld und Nerven. Oft entwickeln sich Konflikte in dynamische Prozesse, die sich nach Eskalationsstufen zuspitzen.

Inhalte:

  • Mediative Instrumente
  • Eskalationsstufen
  • Verschiedene Arten des Zuhörens
  • „Tür und Angel“ - Mediation
  • Friedenstisch
  • Wunschwolke

Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Bitte melden Sie sich unter Angabe der gewünschten Workshops rechtzeitig – jedoch spätestens bis zum 14.09.2019 an.

Für die Anmeldung nutzen Sie bitte den  Flyer als Formular. Kreuzen Sie die Workshops an, welche Sie am Vormittag und am Nachmittags besuchen möchten und vergessen Sie nicht, auch eine alternative Auswahl anzugeben.

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, uns ihre Anmeldung zu übermitteln:

  • per Post an: LOFT e.V., Semmelweisstraße 2, 99096 Erfurt
  • per Fax an: 0361 26252 81
  • per E-Mail an: info@loft-thueringen.de

Verantwortlich für die Erhebung und Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten ist die

Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenenbildung Thüringen e.V. (LOFT e.V.)

Semmelweisstr. 2, 99096 Erfurt

Telefon: 0361 262 52 80

 info@loft-thueringen.de

Ihre personenbezogenen Daten verarbeiten wir allein zum Zwecke der Vor- und Nachbereitung sowie zur Durchführung des Pädagogischen Fachtages (Art. 6 Abs. 1 Buchst. b DSGVO).

Im Rahmen der Veranstaltung werden auch Fotos angefertigt. Diese werden von den Veranstaltern zum Zweck der Dokumentation und für Öffentlichkeitsarbeit verwendet (Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO). Wenn Sie nicht auf Bildern zu sehen sein möchten, geben Sie dem Fotografen bitte ein Zeichen.

Ihre personenbezogenen Daten werden von uns für die Dauer der Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung der Veranstaltung und darüber hinaus gemäß den gesetzlichen Vorgaben, denen wir unterliegen, gespeichert (Art. 6 Abs. 1 Buchst. c DSGVO).

Wir erteilen Ihnen jederzeit Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Fotos und Daten und informieren Sie über Ihr Recht, jederzeit die Berichtigung, Löschung oder Sperrung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen und ihre Entscheidung hierzu jederzeit abzuändern oder zu widerrufen (Art. 15-19 DSGVO).

Bitte sprechen Sie uns an oder nutzen Sie den Postweg, Fax oder E-Mail.


Fachtagungen der Vorjahre

Am Samstag, den 01.09.2018, herrschte Hochbetrieb in der freien Montessorischule Kleeblatt in Leinefelde-Beuren.

Doch waren es ausnahmsweise keine Kinder, die zum Lernen in die Grundschule gekommen waren.

Circa 40 Pädagoginnen und Pädagogen aus ganz Thüringen waren angereist, um sich zum Thema Individualität und Individualisierung auszutauschen. Sie diskutierten darüber, wie man Kinder in ihrer Individualität ernst nehmen und sie gleichzeitig auf ein Leben in der Gesellschaft vorbereiten und Vereinzelungstendenzen durch die Entwicklung von Teamfähigkeit begegnen kann.

Der Hauptreferent, Professor Dr. Malte Mienert, beleuchtete Selbstbildungsprozesse von Kindern und die Rollen derer, die sie begleiten. Er zeigte Wege auf, wie sich die Ausrichtung der Bildungsgrundsätze auf die Selbstbildung der Kinder mit den Alltagsanforderungen in einer Kita oder Schule verbinden lässt. Im Zentrum standen Fragen wie: Dürfen die Kinder jetzt machen, was sie wollen? Reicht es für die Bildung der Kinder aus, wenn sie den ganzen Tag 'nur' spielen? Sollte man die Kinder nicht doch motivieren, sich auch mit Sachen zu beschäftigen, an denen sie zunächst keinen Spaß haben? Und darf man das überhaupt? Und was ist mit der Schule?

Auf der pädagogischen Fachtagung ging es darum, wieviel Selbstbildung möglich und wieviel Fremdbildung notwendig ist. Gemeinsam entwickelten die Teilnehmenden Ideen, wie das kindliche Lernen in der Kita oder Grundschule befördert werden kann und welches dabei die Aufgaben der Pädagoginnen und Pädagogen in ihrem Umfeld sind.

In parallelen Workshops gab es Anregungen und Austausch dazu, wieviel Individualität machbar und sinnvoll ist, wobei hier sowohl der Kleinkindbereich, die Kita, die Übergänge zur Schule als auch die Grundschule thematisiert wurden.

Zwischen den Teilnehmenden aus Kitas und Grundschulen entstand ein reger Austausch, der das wechselseitige Verständnis auf beiden Seiten stärkt und dadurch die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit verbessert.

Ermöglicht wurde die Fachtagung durch eine Kooperation der Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenbildung in Thüringen e.V. (LOFT) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM. Seit 2016 werden jährlich Fachtagungen zu einem aktuellen Bildungsthema angeboten. Dass nach Triptis und Erfurt in diesem Jahr das Eichsfeld Austragungsort war, ist der engagierten Leiterin der Montessori-Grundschule Kleeblatt zu verdanken. Gemeinsam mit ihrem Team sorgte sie für ein wundervolles Ambiente. So konnten sich die Tagungsteilnehmenden nicht nur zu Montessori-Materialien informieren. In den Pausen gab es Kräuterführungen am Barfußpfad und Kostproben leckeren Brotes aus dem Holzbackofen der Schule.

Im Jahr 2017 stand das Thema Kindliche Sexualität im Fokus der Kooperation und eröffnete neben der Vermittlung alltagsnaher Theorie und Methodik die Möglichkeit zur Reflektion des persönlichen Arbeitsalltages.

Was hat es auf sich mit der Sexualität im Kindesalter? Worauf muss man achten und wie kann man Kinder in ihrer Entwicklung am besten unterstützen? Diesen Fragen gingen mehr als 70 Pädagog*innen aus Kitas und Grundschulen auf der Fachtagung nach und kamen dafür aus ganz Thüringen in die Erfurter Grundschule „Otto Lilienthal“.

Nach einer einführenden Betrachtung der psychosexuellen Entwicklung des Kindes aus der Perspektive der empirischen Forschung durch Prof.in Dr. Bettina Schuhrke arbeiteten die Teilnehmer*innen praxisorientiert in verschieden Workshops. Sie tauschten sich z.B. darüber aus, wie die Haltung der pädagogischen Bezugsperson auf die Entwicklung des Kindes wirkt. Oder darüber, wie Kinder ihren Körper entdecken und erleben, was ihnen gut tut und was nicht, was Kinder stark macht und wie man erkennen kann, wovor man sie schützen muss. Es gab einen regen Austausch und großen Wissenszuwachs zum Thema der kindlichen Sexualität als Spannungsfeld zwischen sexueller Bildung und Schutz vor Missbrauch.

Viel Anlass zum Lachen gab es nach der Mittagspause, als Künstler*innen des Theaters“dieSCHOTTE“ verschiedene Gefühle und Situationen improvisierten.

Begleitet wurde die Fachtagung durch Comics von Martina Schradi zum Thema „ „Ach, so ist das?! - Vielfalt zu geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen“. Die Ausstellung, die auch in der Gemeinschaftsschule am Roten Berg schon erfolgreich gezeigt wurde, konnte in der Grundschule „Otto Lilienthal“ noch zwei Wochen nach der Fachtagung besichtigt werden.

Eingeladen hatten die Landesorganisation der freien Träger der Erwachsenenbildung in Thüringen (LOFT) und das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM), die seit zwei Jahren miteinander kooperieren, um die Expertise der Erwachsenenbildung für die Qualifizierung des pädagogischen Personals zu nutzen. Als Träger der Erwachsenenbildung waren in diesem Jahr die AG Regionale Bildung, das Bildungshaus St. Ursula, das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft sowie das LSB-Thüringen Bildungswerk beteiligt. Zwei Referentinnen kamen darüber hinaus vom Biltz e.V..

Für ein wundervolles Tagungsambiente sorgte das Team der Grundschule „Otto Lilienthal“. In dem liebevoll eingerichteten Gebäude verwöhnten Schüler*innen als Genussexperten die Teilnehmenden der Tagung mit leckeren Imbisshäppchen, die sie selbst zubereitet hatten und voller Stolz präsentierten.