Alphabetisierung und Grundbildung


Mit der Novellierung des Erwachsenenbildungsgesetzes in Thüringen haben auch die anerkannten freien Träger der Erwachsenenbildung (also die LOFT-Mitgliedsorganisationen) einen Auftrag für Alphabetisierungsarbeit erhalten.

Sie haben im Jahr 2017 verschiedene Anstrengungen unternommen, um die Alphabetisierungsarbeit der Volkhochschulen durch zusätzliche Möglichkeiten hinsichtlich ihrer eigenen Zielgruppen und pädagogischen Ansätze zu ergänzen. Hierbei wurde deutlich, dass zunächst die Sensibilisierungsarbeit einer großen Vielfältigkeit und Ausdauer bedarf, um Einfluss auf funktionale Analphabeten zu erlangen.

Für das Jahr 2018 hatten sich bereits sieben freie Träger für die Alphabetisierungsarbeit positioniert. Sie haben ihre Projektansätze gemeinsam entwickelt und nutzten ihre vielfältigen Zugänge. Die Landesorganisation fungierte als Basisnetzwerk, um den Erfahrungsaustausch zwischen den Trägern zu befördern und Synergien zu erzielen. Die Abstimmung mit den Volkshochschulen fand zu Beginn des Jahres im Rahmen eines gemeinsamen Workshops von TVV und LOFT statt. Hierbei wurden u.a. die grundlegenden Qualitätskriterien für die Zusammenarbeit erarbeitet und festgelegt, deren Erfüllung in einem weiteren Workshop der Landesverbände im Frühjahr 2019 evaluiert wurde.

In den Jahren 2020 bis 2022 führen die freien Träger ihre Aktivitäten fort und setzen dabei einerseits auf Festigung und Weiterentwicklung der begonnenen Projekte sowie auf anhand gewonnener Erfahrungen modifizierte Wiederholungen der Angebote. Dadurch wird die langfristige und nachhaltige Etablierung der ergänzenden Angebote im Bereich Alphabetisierungsarbeit und Sensibilisierung gefördert.


Die Veranstaltungen unserer Mitgliedseinrichtungen im Überblick - 2022

Ein Projekt des Bildungswerkes ver.di Thüringen

Um gering literalisierte Menschen ansprechen bzw. Ihnen Unterstützungsangebote unterbreiten zu können, braucht es laut unserer Erfahrung der letzten 4 Projektjahre sowie laut einschlägiger Studien (siehe: Umfeldstudie zum mitwissenden Umfeld funktionaler Analphabet*innen, Universität Hamburg) zuerst die Aufklärung des mitwissenden Umfelds.

In unserem Fall sprechen wir niederschwellig das vertraute Arbeitsumfeld, also Kolleg*innen gering Literaliserter an. Wir bieten unseren Seminarteilnehmenden, d.h. gesetzlichen Interessenvertretungen sowie pädagogischen Fachkräften, Workshops zur Sensibilisierung für diese Thematik, Methoden der Kommunikation sowie Gesprächsführung an, um betroffene Kolleg*innen in Betrieb/Dienststelle oder Kita identifizieren und erfolgreich ansprechen zu können.

Durch Aufklärung des mitwissenden Umfelds in Betrieben, Dienststellen und Kitas können gering Literalisierte leichter identifiziert werden, es können ihnen durch das von uns geschulte und betreute mitwissende Umfeld Unterstützungsangebote aufgezeigt werden und so die Chancen für berufliche und soziale Teilhabe erhöht werden.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum ver.di Saalfeld erweitern wir den Radius unserer Zielgruppenansprache.

https://www.verdi-bildungswerk.de/

Ein Projekt des Bildungswerkes der Thüringer Wirtschaft BWTW e.V.

In einer auf Informationen und Wissen basierten Gesellschaft stellt die Literalität einen wichtigen Bestandteil innerhalb unseres Lebens dar. Sie wirkt sich unmittelbar auf die Chancen von Teilhabe aus.
Dabei verfolgt die Literalität zwei grundlegende Bedeutungen. Zum einem wird Wissen in Texten gespeichert und entsprechend weitergegeben. Und zum anderen bezeichnet die Literalität die Fähigkeit jedes Einzelnen, selbstständig im Medium Schrift zu handeln, d. h. Texte zu lesen und zu schreiben.

Das tägliche Leben konfrontiert uns mit einer unglaublichen Informationsflut. Überall sind wir auf unsere Lese-­ (insbesondere auch im Sinne von verstehenden Lesen) und auch Schreibkompetenz angewiesen, sowohl im betrieblichen als auch im privaten Kontext: Beim Lesen von Fahrplänen und Hinweisschildern, von Verträgen (Mietvertrag, Kaufvertrag, Arbeitsvertrag etc.), von Gebrauchsanweisungen, beim Lesen, Verstehen und Beantwortung von behördlichen Schreiben, Lesen von Medikamentenpackungen und Beipackzetteln und nicht zuletzt im Rahmen der Beteiligung an demokratischen Prozessen (Wahl).

Eine Teilhabe an einer so literalen Gesellschaft, wie die unsrige, setzt ganz entscheidend den Erwerb einer Schreib- und Lesekompetenz, verbunden mit einer allgemeinen Grundbildung, voraus. In Deutschland geht man lt. LEO 2018 von 6,2 Mio. Menschen mit einer geringen Literalität aus. Das bedeutet, dass für ca. 7 Prozent der Bevölkerung eine gesellschaftliche Teilhabe erschwert oder nur bedingt möglich ist.

Hier möchte wir mit unseren Angeboten im Rahmen des „KommCafe" anknüpfen, bedarfsorientiert Lernsettings und -medien schaffen sowie individuelle Unterstützung anbieten. Begleitend erfolgt die Sensibilisierung von beteiligten Strukturen, wie Unternehmen und Institutionen, sowie eine ausgeprägte Netzwerkarbeit im Interesse der Teilnehmenden.

Die Teilnehmendenarbeit im „KommCafe" wird in Form von Einzel- als auch Gruppenangeboten umgesetzt.

Beratungswerkstatt - ,,KommCafe"

  • Einzeltermine
  • Beratung & Unterstützung bei Behördenangelegenheiten (z. B. Bearbeitung von Anträgen, Formulierung von Schreiben, Lesen von Behördenbriefen)
  • Unterstützung im beruflichen Kontext (Stellenangebote lesen und erklären, Erstellung und Bearbeitung von Bewerbungsunterlagen)
  • Unterstützung bei der Suche nach externen Hilfeeinrichtungen

 

Lernwerkstatt - ,,KommCafe"

  • Einzel- aber auch Gruppenangebote am Bedarf der Teilnehmenden zu Grundbildung
  • Entwicklung und Aufbereitung von Lernmaterialien spezifisch am Teilnehmendenbedarf
  • Förderung der Lesemotivation durch Bereithalten von Druck- und Digitalmedien

 

Seminarangebote

  • Workshop „Buchstäblich kreativ": Innerhalb dieser Workshops werden verschiedene Angebote im Kreativbereich umgesetzt. In die Durchführung wird gezielt der Lese- und Schreibbedarf integriert. Lesen und Schreiben wird so „versteckt" in der Anwendung trainiert.
  • Workshop „Buchstäblich gesund": Innerhalb dieser Workshopreihe wird Grundbildung zu gesundheitlichen Aspekten gezielt mit Lese- und Schreibangeboten verbunden.
  • Workshop „Buchstäblich online": Innerhalb dieser Workshopreihe wird Grundbildung zur Mediennutzung (Internet und MS Word) gezielt mit Lese­und Schreibangeboten verbunden.
  • Workshop „Buchstäblich Deutsch": Dieses Angebot richtet sich an Menschen, die ihre Kenntnisse im Lesen und Schreiben sowie Verstehen trainieren und verbessern wollen. Dabei werden individuelle Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund umgesetzt.
  • Workshop „Schulfit für mein Kind": Innerhalb dieser Workshopreihe können Menschen mit geringer Literalität sich gezielt auf den Schuleintritt und die damit verbundenen Schulfächer vertraut machen. Grundlagenwissen in Deutsch, Mathe und Heimatkunde werden bedarfsorientiert zusammengestellt. Anhand dessen können die eigenen Fähigkeiten trainiert werden.

 

Ergänzend dazu bieten wir unseren Teilnehmenden die Nutzung der vorhandenen Bibliothek an. Sie können hier auf Bücher für sich selbst aber auch für Kinder zurückgreifen.
Des Weiteren öffnen wir unser „KommCafe" auch für Veranstaltungen bzw. Beratungen von Kooperationspartner. Die eingesetzten Mitarbeitenden innerhalb des „KommCafe" sind fachlich erfahren und haben entsprechende Weiterbildungen zum Thema Alphabetisierung und Grundbildung absolviert. Wir streben jährlich die Teilnahme an mindestens eine Weiterbildung an. Dazu nutzen wir die Weiterbildungsangebote aus dem Bundesprojekt
,,Alphagrund qualifiziert" sowie freie Weiterbildungsangebote (TVV, LOFT, AEBW).

www.bwtw.de

Ein Bildungsprojekt des Diakonisches Bildungsinstituts Johannes Falk

In der Zielgruppe Menschen mit Behinderung wird das Problem des nicht ausreichend Lesen und Schreiben Könnens direkt formuliert. Beklagt wird, dass Informationen nicht eigenständig beschafft werden können, dass andere Bildungsangebote wenn dann nur zögerlich wahrgenommen werden und dass durch die geringe Literarisierung Barrieren im Arbeitsleben und in der Freizeitgestaltung wahrgenommen werden. All dies hat soziale Ausgrenzung zur Folge, unter der die Teilnehmenden leiden. Klassische Kurse, in denen anhand schulischer Methoden Literalität gelehrt wird, werden von Einrichtungen zwar angeboten, erreichen aber nur selten die Zielgruppe, da diese Angebote als zu theoretisch und schulisch wahrgenommen werden. Erkannt wurde dadurch, dass die Zielgruppe aktiv mit eingebunden werden muss, damit das eigentliche Ziel - besser Lesen und Schreiben zu können - peripher erreicht werden kann. Durch einen niederschwelligen Zugang zum Thema wecken wir das Interesse auf anderen Wegen und erreichen dank pädagogischer Expertise das Ziel ganz nebenbei.

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner „96.5 Wartburg-Radio" werden wir einen Podcast-Workshop anbieten, in dem Menschen mit Behinderung fürs Hören schreiben lernen. Das gesprochene Wort unterscheidet sich von dem Geschriebenen insofern, als das es einfacher formuliert werden muss. Das Schreiben fürs Hören orientiert sich am einfachen Satzbau, vermeidet Fremdwörter, nummerische Ausdrücke, Schachtelsätze, lang gezogene Verben - kurz: Radiosprache vermeidet Wortballast und ist in gewisser Hinsicht vergleichbar mit leichter oder Einfacher Sprache - das bildet die Grundlage unserer Workshops und stellt auch perspektivisch für Teilnehmende einen Mehrwert dar, die als Rezipienten von Einfacher Sprache gelten. Auch für Projektmitarbeiter*innen bieten die Workshops zu „Radio-Spreche", ,,Einfache Sprache" neue Erkenntnisse, die gerade im Hinblick auf zukünftige Fortbildungen für die Zielgruppe relevant sind. In den Workshops (6 x 2h) widmen wir uns gemeinsam einem Thema, zum Beispiel „Inklusion in unserer Stadt", überlegen ein Storyboard, recherchieren Interviewpartner und formulieren Fragen.

Innerhalb der Gruppe übernimmt jeder eine der folgenden Aufgaben:

  1. Recherche zum Thema/ zur Person über digitale Medien, analoge Ansprechpartner und im Präsenzbestand der Bibliothek
  2. Interviewpartner festgelegen, kontaktieren und einladen
  3. lnterviewfragen formulieren,
  4. das Storyboard für den Beitrag schreiben
  5. Moderation formulieren, Moderator*in bestimmen
  6. Jeder Teilnehmer schreibt einen kurzen Text über seine Rolle im Projekt. Diese Statements werden von jedem selbst verlesen und bilden einen weiteren Podcast.
  7. Teaser-Text zum Interview Podcast erstellen, nachdem das Interview stattgefunden und bearbeitet wurde

Das sichtbare Ergebnis ist damit das Produkt „Podcast", nebenbei erlernen die Teilnehmenden,

  1. wie unterschiedlich Sprache sein kann,
  2. welchen Regeln Schreiben fürs Hören folgt,
  3. erkennen, dass selbst gesprochene Sprache einem geschriebenen Skript zugrunde liegt.

Das aktive Mitgestalten motiviert Teilnehmende dranzubleiben und steigert die Selbstwertschätzung sowie den Mut, sich etwas zu trauen.

Mit dem Kooperationspartner „Wartburg-Radio" greifen wir zurück auf einen vertrauensvollen Akteur in unserem Netzwerk, der seinen pädagogischen Auftrag - Schulungen der Gesellschaft im Bereich Medienkompetenz - routiniert und professionell umsetzt. Als Bürgerradio steht der Sender für jeden offen, sodass sich auch im Anschluss des Projektes eine ehrenamtliche Mitarbeit anbieten würde. Bewusst lenken wir die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nicht auf die technische Ausstattung, sondern auf den Inhalt des Produkts. Dafür nutzen wir das Angebot der Stadtbibliothek Eisenach, das sich im selben Gebäude wie der Sender befindet. Dort nutzen wir den Bestand der Bibliothek, um das Thema zu recherchieren. Auch mit dem Förderverein der Stadtbibliothek Eisenach wird dazu ein Kooperationsvertrag geschlossen.

Um die Vielfalt und Faszination von Sprache, Text und Kommunikation im Allgemeinen besser zu verstehen und die Gruppe einander vertraut zu machen, planen wir zu Beginn des Workshops eine Exkursion in das Museum
,,wortreich" in Bad Hersfeld.

www.dbi-falk.de

Ein Kooperationsprojekt des DGB Bildungswerkes Thüringen und des Bildungswerkes der Thüringer Wirtschaft

Über sechs Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht richtig lesen und schreiben. Von den gering literalisierten Erwachsenen in Deutschland ist mit 62,3 Prozent die Mehrheit erwerbstätig. Bereits in der Studie LEO 2018 - also deutlich vor Beginn der Pandemie - zeigten sich gering literalisierte Erwachsene vermehrt besorgt darüber, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.

Je mehr Personen im Arbeitsumfeld über das Thema geringe Literalität informiert und sensibilisiert sind, umso besser können im Unternehmen gemeinsam, wenn vorhanden, mit der Interessenvertretung bedarfs- und personenbezogene Bildungsmaßnahmen initiiert bzw. Arbeitsabläufe verändert werden, um Hürden abzubauen. Die Möglichkeit, das Beschäftigte somit nicht überfordert, der Krankenstand verringert und die innerbetriebliche Kommunikation verbessert werden, sind für beide Sozialpartner von Interesse.

Durch eine offene Unternehmenskommunikation ohne defizitären Ansatz und Diskriminierung können vorhandene Mitarbeiterpotentiale gehalten und ausgebaut werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Sozialpartnern in diesem Projekt gewährleistet einen umfassenden Blick auf die Lebenswelten der Beschäftigten. Die Sozialpartner sehen es als Vorteil, gemeinsam zu dem Thema arbeitsorientierte Grundbildung und geringe Literalität zu sensibilisieren.

Aufgrund der langjährigen Erfahrungen bei der Sensibilisierung von Personalverantwortlichen (BWTW) und Gewerkschaftsvertretern/betrieblicher Interessenvertretung (DGB-Bildungswerk) wurde ein Bedarf an Informationen über das Erkennen von Literalisierungs- und Grundbildungsbedarfen deutlich.

Die Sensibilisierung und Information für die Zielgruppe soll zu zwei Schwerpunktthemen erfolgen:

  • das Erkennen von Literalisierungs- und Grundbildungsbedarfen bei Beschäftigten
  • die sensible Ansprache und Motivation von Beschäftigten bzw. dem Beschäftigungsumfeld

 

Thema 1: Erkennen und Einschätzen von Literalisierungs- und Grundbildungsbedarfen Anzeichen von geringer Literalität bei Beschäftigten

  • Klärung von Begrifflichkeiten von funktionalem Analphabetismus sowie den AlphaLeveln
  • Ursachen für geringe Literalität
  • Arbeitsanlässe werden aufgezeigt, bei denen geringe Literalität bzw. Defizite im Bereich der arbeitsorientierten Grundbildung erkennbar werden
  • Auf welche Anzeichen muss man als Teamleiter, Führungskraft, Betriebsrat oder Kollege im Arbeitsalltag achten? Woran erkennt man geringe Literalität?
  • Welche Veränderungen kann das Unternehmen bzw. das Arbeitsteam vornehmen, um den Arbeitsalltag von gering literalisierten Beschäftigte zu verändern um somit auch Probleme/ Missverständnisse im Unternehmen zu vermeiden?

 

Thema 2: Gelingende Kommunikation - Ansprache und Motivation von Beschäftigten und dem Beschäftigungsumfeld

  • Schwerpunkt liegt auf der Gesprächsführung
  • Wie kann eine sensible Ansprache gelingen? Wann ist der richtige Zeitpunkt?
  • Wissensvermittlung und Erprobung
  • Wie kann man Lernanreize schaffen für Betroffene?

 

Im Rahmen der sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit fließen die Erfahrungen aus den beiden Bundesprojekten MENTO und AlphaGrund zusammen. Es geht um die Vernetzung und den sozialpartner­schaftlichen Austausch zwischen Unternehmens- sowie lnteressensvertretungen im Betrieb/ Gewerkschaftsvertretern. Der Arbeitsplatz wird als Ort bzw. Lebenswelt genutzt, um die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten oder weiterzuentwickeln und Stabilität von Arbeitsverhältnissen zu erhöhen.

https://www.dgb-bwt.de/

https://www.bwtw.de/

Ein Projekt der Landvolkbildung Thüringen

Unser bisherigen Erfahrungen in der Alphabetisierungsarbeit zeigen uns, dass nach wie vor ein hoher Bedarf an Unterstützung, Anleitung und Partizipation in der persönlichen Lese und Schreibkompetenzentwicklung, bei Erwachsenen im ländlichen Raum, besteht. Auch hier in ländlichen Gebieten sind Menschen oftmals nicht in der Lage, die Schriftsprache im Alltag funktional anzuwenden und können nur selten auf öffentliche Unterstützungshilfen zurückgreifen. So stehen sie, in allen Aktivitäten des täglichen Lebens, vor großen Hürden.

Wir wollen mit unserem kleinen, niederschwelligen Angeboten, im Jahr 2022, weiter über Vertrauenspersonen, wie Familienangehörigen, Freunden und Arbeitskollegen oder auch Mitarbeitende von öffentlichen Stellen und Einrichtungen der Familienbildung, Jugend- und Sozialhilfe, des Verbraucherschutzes, Sport- und Kultureinrichtungen, die kommunalen Verwaltungen, Bibliotheken, Ärzte, Erzieher oder Lehrer an die Menschen kommen, die unsere Hilfe und Beratung benötigen. Zudem möchten wir die Menschen hier dabei unterstützen Lesen und Schreiben zu lernen und ihre eigenen Kompetenzen dementsprechend anzulegen und auszubauen. Hilfe zur Selbsthilfe ist dabei unser Motto. Auch in 2022 möchten wir weiter durch Werbung und kleine öffentliche Aktionen auf das Thema und unsere regionale Arbeit aufmerksam machen. Wir wollen die Menschen im ländlichen Raum dahingehend weiterhin sensibilisieren.

Nach zwei guten Projektjahren, finden sich immer häufiger Menschen bei uns im Lesecafé ein, die Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben und voller Erwartungen auf unsere Hilfe hoffen. Menschen die in ihrem Leben gerne etwas verändern und sich entwickeln wollen. Neben der Hilfe bei der selbstständigen Stellung von Anträgen (wir erklären und leiten bei der Ausfüllung an) geht es immer wieder darum, Briefe aufzusetzen oder gemeinsam zu lesen, Unterlagen/Informationsmaterial oder Anleitungen zu verstehen. Nicht selten spielt das Thema Arbeitsmarkt (von dem Verstehen einer Stellenbeschreibung, über Bewerbungsalternativen zur schriftlichen Bewerbung bis hin zum Verstehen von Arbeitsanweisungen und Arbeitsverträge) eine wichtige Rolle unserer Arbeit.

Ob in der einzelnen Beratung/ Unterstützung oder in kleiner Runde in der Schreibwerkstatt, bietet eine vertraute Atmosphäre und ein wertschätzender, vorurteilsfreier Umgang untereinander die Grundlage unserer Arbeit. Unser Motto, „Ankommen, Wohlfühlen und sich Öffnen“ stellt der beste Garant für eine gute Zusammenarbeit und Bereitschaft am Lesecafé teilzunehmen dar.

Durch die noch geltende Pandemie „Hygiene- und Umgangsreglungen“, war es nicht möglich Infoveranstaltungen im gewohnten und größeren Rahmen umzusetzen. Hier sollen 2022 weitere öffentlichkeitswirksame Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.

Ziel für das kommende Jahr ist es, das Alphamobil nach Sonneberg zu holen, kurze und prägnante Artikel in öffentliche Medien zu streuen und weiterhin auf unsere Arbeit und die Wichtigkeit der Alphabetisierung aufmerksam zu machen. Im kommenden Jahr ist es geplant, Privathaushalte mittels kleiner Spiele in der Wochenwerbung zu erreichen und für unsere Arbeit und das Thema zu sensibilisieren.

Das Angebot für den Landkreis Sonneberg geht in eine neue Runde:

Beratungs- und Begleitangebote:

Aufklärung statt Tabuisierung

  • weitere Informationsveranstaltungen für 1.) Angehörige von Betroffenen und 2.) Mitarbeiter öffentlicher Stellen und Einrichtungen, die über das Thema und unser Angebot informieren und dafür sensibilisieren (unter Nutzung der Werbemittel der Bundeskampagnen)
  • Werbung im ländlichen Raum passend zum Thema und für unsere Lesecafé

Lern- und Schulungsangebote:

Lesecafé – Schreibwerkstatt

Kommunikation in der Arbeitswelt - Lesen und Schreiben für den Berufsalltag

Lesen und Schreiben lassen sich aus dem Arbeitsleben nicht wegdenken. In jedem Berufsbild muss in irgendeiner Art und Weise zum Stift gegriffen oder etwas nachgelesen werden. Wir wollen hier unterstützen und die Lese- sowie Schreibkompetenz für das eigene Berufsbild stärken:

Lehrgangsinhalte:

  • Übungen zur schriftlichen Kommunikation in der Arbeitswelt in allen Bereichen und Situationen, die im Berufsalltag auf uns zukommen können, vom Lesen eines Dienstplanes, über die Dokumentation der Arbeit oder dem Ausfüllen wichtiger Dokumente und Papiere, Sicherheitshinweise wahrnehmen und nachvollziehen
  • Anweisungen, Normen und sachliche Inhalte im Kontext der Arbeitswelt lesen können, wie z.B. Gesetzgebung und Arbeitsvorschriften zum Gesundheitsschutz und zur Arbeitssicherheit, zu Qualitätsstandards und Anforderungen mit Branchenbezug 
  • Schreiben für die Arbeitswelt verfassen, Dokumentationen (z.B. in der Pflege) richtig ausfüllen, Arbeitsnachweise führen, schriftliche Hinweise geben
  • Digitaler Schriftverkehr im Beruf

An einem Nachmittag in der Woche bietet die Schreibwerkstatt Unterstützung für das Lesen und Schreiben im Beruf.

Lesecafé – offene Beratung

Kommunikation mit Behörden: Lesen und Schreiben für Anträge, Briefe und alltägliche Kommunikation

Die Post kommt, der Brief ist da und wird nicht geöffnet oder wird geöffnet und kann nicht zusammenhängend verstanden werden. Eine Packungsbeilage zu einem neuen Medikament wirft große Rätsel auf und der nächste unverständliche Antrag für eine Leistung steht auch bevor. Diese und noch unzählige weitere Situationen des Alltags stellen eine große Belastung für Menschen dar, die nicht vollständig Lesen und Schreiben können. Wir helfen in der offenen Beratung, einmal in der Woche, beim Verstehen und Beantworten von Briefen, Anträgen, Rechnungen, Bescheiden und Verträgen. Außerdem wird Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und Erstellen von Bewerbungen geboten.

Lesecafé – offener Treff

Treffen – Austauschen – Lernen

Einmal im Monat bietet das Lesecafé unter einem spannenden Motto einen offenen Treff für Betroffene, Interessierte oder auch Angehörige und lädt zum gemeinsamen Austausch in angenehmer und wohliger Atmosphäre ein.

https://landvolkbildung.de/


Die Veranstaltungen unserer Mitgliedseinrichtungen im Rückblick - 2021

Ein Projekt des Bildungswerkes ver.di Thüringen

Rückblick

Ziel:

Arbeitsnehmer*innen sollen bezüglich der Veränderungen der neuen, digitalen Arbeitswelt nachhaltig gestärkt und unterstützt werden, um ihre Arbeitsplätze zu sichern.

Der Projektschwerpunkt lag daher auch in diesem Jahr in der niederschwelligen Ansprache, Aufklärung und damit der Sensibilisierung des mitwissenden Umfelds zum Erkennen der Problematik und der Vermittlung von Handwerkszeug zur einfühlsamen Ansprache betroffener Personen, um daraufhin Unterstützung möglich zu machen.

Durchgeführte Arbeiten:

Die Aktualisierung von Projektinformationen/-angeboten und deren Einstellung auf der Website des Bildungswerkes ver.di Thüringen e.V. wurden vorgenommen.

Ein Konzept, Layout, Verteilung (Auslage und postalischer Versand) von Werbematerial mit Informationen zu kostenlosen Beratungsangeboten wurde erarbeitet.

Außerdem wurde ein 90 minütiger ONLINE After-Workshop im März „Herausforderung virtuelle (Arbeits)Welten – Knapp 4 Mio. Berufstätige können nicht lesen und schreiben“ konzipiert. Ergänzend wurde ein zweistündiger Workshop „Herausforderung virtueller (Arbeits)-Welten - Fast 4 Mio. Berufstätige in Deutschland können nicht ausreichend lesen und schreiben. Was tun?“ im Rahmen der BRPR-Fachtagung am 22.06.2021 wurde gemeinsam mit dem Projekt „Mento“ vom DGB erarbeitet, dafür gab es mehrere Planungstermine mit einer Mento-Projektreferentin.

Eine Weiterentwicklung und Anpassung des vorhandenen Materials mit Schwerpunkt: Herausforderung virtueller (Arbeits)-Welten wurde vorgenommen und die Workshops über vorhandene Emailkontakte der gesetzlichen Interessenvertreter*innen digital beworben.

Die Aufklärung/ Sensibilisierung von 22 Schulungsteilnehmern (pandemiebedingt) aus 7 Arbeitsstellen und 6 Dienststellen fand innerhalb von 2 mehrtägigen Bildungsveranstaltungen des Bildungswerkes ver.di Thüringen e.V. im Rahmen von Inputs statt.

Inhaltlicher Austausch zu und mit bestehenden Angeboten im Rahmen des Alpha- Bündnisses und des MENTO-Projektes vom DGB fanden regelmäßig statt.

Erfolg: 

Die direkte Information und aktive Selbsterfahrung, Reflexion von Schlüsselpersonen und somit nachhaltig direkte Kontaktmöglichkeiten in Unternehmen/Dienststellen über Betriebsrät*innen, Personalrät*innen und Jugend- und Auszubildendenvertreter*innen sind für uns Voraussetzung, um das Thema auch weiter gut bei unserer Zielgruppe zu etablieren.

Es ist gelungen, dem Thema „funktionaler Analphabetismus“ unmittelbar im Arbeitsumfeld betroffener Personen Raum zu geben und Interessenvertretungen als Mittler zu gewinnen.

Auswirkungen:

Eine empathische Ansprache betroffener Kolleg*innen durch Schlüsselpersonen/ gesetzliche Interessenvertretungen ist nun möglich und eine schnellere Identifizierung Betroffener und damit deren Vermittlung in Alphabetisierungskurse und andere Unterstützungsangebote kann stattfinden. 

Ein Projekt des Bildungswerkes der Thüringer Wirtschaft BWTW e.V.

Rückblick

Die Corona Pandemie beeinflusste auch im Jahr 2021 die Projektumsetzung entscheidend. Auf Grund eines bundesweiten Lockdowns, welcher im Dezember 2020 begann und bis Mai 2021 dauerte, waren unsere Außenstellen für den Publikumsverkehr bis 02.06.2021 geschlossen. So konnten die Angebote nicht wie geplant umgesetzt werden.

Über die Zeit hatte sich sowohl in Arnstadt als auch in Erfurt ein kleiner, aber fester Kern von Teilnehmenden gefunden, der doch intensiv und regelmäßig unsere Angebote nutzte. Für diese Gruppe gingen wir einen neuen Weg. So nutzen wir diese Lerngruppen aus Erfurt und Arnstadt, die wir schon 2020 begleiten konnten, und statteten sie mit Laptop, Kamera und Kopfhörern aus. Wir trafen uns zweimal wöchentlich Dienstag und Donnerstag von 9 bis 11 Uhr zur Lernzeit. Wir begannen ab 8.30 Uhr sozusagen mit „Schnatterzeit", um ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Ab 9 Uhr starteten wir dann mit der Lernzeit.

Die neue Technik war hier der Schwerpunkt. Es wurden auch Aufgaben gelöst, Formulare besprochen und Lernaufgaben gestellt. Nach der Überwindung anfänglicher Ängste waren unsere Teilnehmenden begeistert, selbstbewusster und offener. Die beiden eingesetzten Kolleginnen teilten sich Inhalte und Lernstunden. Punktuell arbeitete man sogar mit unserer Moodle-Plattform.

Mittwoch war ein individueller Tag, für die Teilnehmenden, die weiterführend mit der Technik üben wollten.

Die Teilnehmenden aus beiden Außenstellen wurden hier zusammengefasst und wir arbeitet immer mit 4 bis 6 Teilnehmenden.

Nach der Öffnung unserer Lesecafes im Juni bestimmten vorhandene Regelungen zum Infektionsschutz die Ausgestaltung unseres Beratungs- als auch des Seminar­ und Workshopangebotes.

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Ein Projekt der Landvolkbildung Thüringen

Rückblick

Bisher gab es im Landkreis Sonneberg kaum niederschwellige und kleinschrittige Angebote für funktionale Analphabeten. Dennoch sind auch hier Menschen nicht in der Lage, die Schriftsprache im Alltag so funktional anzuwenden. Lücken im Verständnis großer Texte oder Tabellen, bleiben. In allen Aktivitäten des täglichen Lebens stehen Betroffene vor großen Hürden. Wir wollten mit unserem kleinen Angebot auch im vergangenem Jahr 2021, weiter über Vertrauenspersonen, wie Familienangehörigen, Freunden und Arbeitskollegen oder auch Mitarbeitende von öffentlichen Stellen und Einrichtungen der Familienbildung, Jugend-und Sozialhilfe, des Verbraucherschutzes, Sport-und Kultureinrichtungen, die kommunalen Verwaltungen, Bibliotheken, Ärzte, Erzieher oder Lehrer an die Menschen kommen, die unsere Hilfe und Beratung benötigten. Durch Werbung, kleine öffentliche Aktionen auf regionalen Märken, sowie die Initiierung des Lesefahrrades machten wir auf unser Projekt aufmerksam und erreichten viele Menschen, die unsere Hilfe und Unterstützung gerne annahmen. Im Jahr 2021 gewannen wir im Vergleich zum Jahr 2020 noch mehr Zuspruch.

Immer häufiger fanden sich Menschen bei uns im Lesecafe ein, die Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben und voller Erwartungen auf unsere Hilfe hofften und diese bekamen. überaus oft ging es dabei darum, Anträge erklärt zu bekommen und gemeinsam auszufüllen, Briefe aufzusetzen oder Betriebsanweisungen oder auch die aktuellen Coronaregeln und die Aufklärung der Corona-Impfung zu verstehen. Nicht selten spielte auch das Thema Arbeitsmarkt (von dem Verstehen der Stellenbeschreibung, über Bewerbungsalternativen zur schriftlichen Bewerbung bis hin zum Verstehen von Arbeitsanweisungen und Arbeitsverträgen) eine wichtige Rolle unserer Arbeit. Ob in der einzelnen Beratung/ Unterstützung oder in kleiner Runde in der Schreibwerkstatt, boten eine vertraute Atmosphäre und ein wertschätzender, vorurteilsfreier Umgang untereinander die Grundlage unserer Arbeit. Unser Motto, .,Ankommen, Wohlfühlen und sich Öffnen" stellte den besten Garant für eine gute Zusammenarbeit und Bereitschaft am Lesecafe teilzunehmen dar. Durch die zu der Zeit noch geltenden Pandemie „Hygiene-und Umgangsreglungen", wurden jedoch unsere Angebote bis zum 21.05.2021 telefonisch oder/und online angeboten. Dies wurde auch gerne von den Bürger*innen wahrgenommen. Ab dem 25.05.2021 öffnete unsere Außenstelle für Publikumsverkehr und unsere Angebote wurden wieder persönlich umgesetzt. Im Oktober 2021 nahmen wir bei dem Radiosender "mdr" bei der Aktion „Morgenhahn" teil, um hier auch über Radio auf dieses Projekt aufmerksam zu machen und das Angebot weiter zu streuen. Wir erklärten das Projekt „Lesecafe", nannten die Inhalte die wir im Projekt leisten und gaben unsere Kontaktdaten durch.

Ziel für das kommende Jahr ist es, das Alphamobil am 05.05.2022 nach Sonneberg zu holen, kurze und prägnante Artikel in öffentliche Medien zu streuen und weiterhin auf unsere Arbeit und die Wichtigkeit der Alphabetisierung weiterhin aufmerksam zu machen. Ein zweites Lesefahrrad (kreativ gestaltetes Fahrrad, welches Info-Material enthält) soll gebaut und in der Innenstadt platziert werden. Auch wollen wir wieder auf Marktstände unser Angebot präsentieren und gezielt Bürger*innen ansprechen.
Mindestens einmal im Monat wurde mit den Mitarbeiterinnen weiterhin eine Teamveranstaltung zum Verlauf des Projektes, zur Umsetzung der Maßnahmen und zur Auswertung/ Reflexion der eigenen Arbeit durchgeführt. Hier konnten Erfolge mitgeteilt, aber auch Sorgen und Nöte preisgegeben und Themen konstruktiv diskutieret werden. Für diese Teamveranstaltungen hat keiner der Teilnehmerinnen Stunden berechnet oder aufgeschrieben.

Ebenfalls haben wir es uns zur Aufgabe gemacht uns selbst weiterzubilden und nahmen am 26.10.2021 sowie am 28.10.2021 an der Fortbildung „Sprachsensibler Fachunterricht" (gefördert durch „Integration durch Qualifizierung) teil.
Inhalte waren:

  • Sprachförderung
  • Sprachliche Handlungsfelder in der beruflichen Qualifizierung
  • Sprachebenen im Unterricht/Beratung
  • Sprachsensible Förderung der Kommunikationsprozesse Sprachliche Anforderungen von Aufgaben und Übungen

Durch die anhaltende Corona-Situation während des gesamten Jahres 2021 war es uns unmöglich Termine von freien Dozenten zu erhalten, sodass wir unsere Angebote ausschließlich durch unsere festen Mitarbeiterinnen umsetzten.


Veranstaltungen 2020

  • "Was du liest, gehört dir" - Ansätze zu (Eltern-)Arbeit in der Kita / Methodenentwicklung, Schulungen / Erfurt und Umgebung / AWO Bildungswerk Thüringen
  • "Offene" Lese- und Lerncafés in Arnstadt und Erfurt / Vorträge, Veranstaltungen, Lese-Café / Arnstadt und Erfurt / Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft
  • "Kleines Lesecafé Sonneberg" / Schreibwerkstatt, Beratung, offener Treff / Sonneberg / Landvolkbildung Thüringen
  • Fortgesetzte Sensibilisierung für gesetzliche Interessenvertretungen in Thüringen beim Umgang mit funktionalen Analphabeten / Schulungen / Thüringen / Bildungswerk ver.di Thüringen

Veranstaltungen 2019

  • "Was du liest, gehört dir" - Ansätze zu (Eltern-)Arbeit in der Kita / Methodenentwicklung, Schulungen / Erfurt und Umgebung / AWO Bildungswerk Thüringen
  • Alpha-Café / Schulung, Lese-Café / Jena / AG Regionale Bildung
  • Offenes Lese- und Lerncafé / Vorträge, Veranstaltungen, Lese-Café / Arnstadt / Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft
  • Maßnahmen zur Umsetzung von Alphabetisierungsarbeit mit Menschen mit kognitiver Einschränkung / Multiplikatorenschulung, Seminarreihe / Eisenach / Diakonisches Bildungsinstitut J. Falk
  • Funktionaler Analphabtismus - Sensibilisierung in der Arbeitswelt / Schulung, Evaluation, Infobriefe / Thüringen / DGB Bildungswerk Thüringen
  • Sensibilisierung für gesetzliche Interessenvertretungen in Thüringen beim Umgang mit funktionalen Analphabeten / Schulung / Thüringen / Bildungswerk ver.di Thüringen

Der Thüringer Volkshochschulverband TVV e.V. hat zusammen mit den Volkshochschulen Jena, Weimarer Land und Saalfeld-Rudolstadt einen Kurzfilm zum Thema erstellt. Dieser gibt u.a. einen Eindruck, was es bedeutet, heute in Deutschland nicht ausreichend lesen und schreiben zu können, an wen sich die Kurse im Bereich Alphabetisierung / Grundbildung richten und welche Veränderungen sie im Leben der Teilnehmer bewirken können. Der Film soll Betroffenen Mut machen, Schlüsselpersonen sensibilisieren und einen Eindruck in das Kursgeschehen bieten.

Kurzversion (6:38 min)

Langversion (12:50 min)


Kooperationsprojekt Grundbildung

Konzepte zur Grundbildung stehen oft im Zusammenhang mit der traditionellen Alphabetisierungsarbeit. Der Begriff Grundbildung geht jedoch darüber hinaus, denn nicht nur schriftsprachliche Kompetenzen sind von zentraler Bedeutung, um sich in unserer modernen Gesellschaft zurecht zu finden. Zunehmend sind auch komplexe Fähigkeiten und Fertigkeiten in nahezu allen Lebensbereichen erforderlich, um mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen Schritt zu halten. Dies macht es schwierig, zu einer allgemein akzeptierten Definition von Grundbildung zu gelangen. Der Aspekt der Integration aller Menschen in die Gesellschaft spielt jedoch in allen Ansätzen eine zentrale Rolle. An diesem Punkt setzten die freien Träger der Erwachsenenbildung an: Grundbildung für Erwachsene dient dem Erwerb grundlegender Kompetenzen, die für die eigenständige Gestaltung des Lebens, für Teilhabe und aktives Handeln in unserer Gesellschaft notwendig sind.

Im Rahmen des Kooperationsprojektes 2015 haben sich unter dem Dach von LOFT fünf unterschiedliche Erwachsenenbildungseinrichtungen zusammengetan, um ihre Arbeit in diesem Bereich zu präsentieren und weiterzuentwickeln. Die vorgestellten Maßnahmen zeigen nicht nur die Notwendigkeit, sondern vor allem die Fähigkeit, lebenslang und lebensweit zu lernen.

Publikationen zum Thema

Dokumentation einer Kooperation zur Grundbildung

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