Politische Bildung

Mit diesem Video erklären wir, was politische Bildung bedeutet und welche Arbeit die freien Träger in diesem Bereich leisten.

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Veranstaltungen im Überblick - 2021

An dieser Stelle ergänzen wir in den nächsten Wochen nach und nach die Rückblicke auf die Projekte unserer Mitglieder im Bereich Politische Bildung im Jahr 2021 - seien Sie gespannt!

Die Aktivitäten wurden ermöglicht durch die Förderung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) sowie der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen (LZT).

AG Regionale Bildung

Rückblick

Der Schwerpunkt wurde in diesem Jahr auf Nachwuchsgewinnung in den Gruppen, Vereinen und Initiativen gelegt. Wir wollten junge Erwachsene begeistern, in Gruppen und Vereinen mitzuarbeiten. Wir wollten sie animieren aktiv mitzugestalten und sich auch politisch einzubringen. Dies trägt mit dazu bei, den ländlichen Raum zu stärken und ihn für junge Menschen attraktiv zu machen.

Unser erstes Treffen fand am 12.Mai 2021 statt. Aufgrund der Corona­Einschränkungen führten wir dieses Treffen online durch. Es gab noch einige Dinge die aus dem letzten Jahr als „noch nicht erledigt“ galten. So wollten wir uns dem Aufbau einer Webseite widmen und den Fragebogen über die regionalen Amtsblätter verteilen. Diese Aufgaben wurden unter den Projektmitgliedern verteilt. An der Idee eines Kickoffs wollten wir weiter festhalten. Wir mussten dieses nun schon zum 2.Mal verschieben und hoffen darauf, es in 2022 nun endlich stattfinden lassen zu können.

Unser Netzwerk hatte sich für das Jahr 2021 die Aufgabe gestellt, besonders junge Menschen für eine Beteiligung bzw. Engagement im ehrenamtlichen Bereich zu motivieren. An diesem Punkt arbeiteten wir auf unserem 2.Treffen am 01.07. in Bettenhausen.

Mittels der Kreativitätsmethode 3-6-5 generierten wir viele gute Ansätze und konkrete Ideen. Während des Austausches wurde außerdem deutlich, dass wir uns beim nächsten Mal zu grundlegenden Fragen zunächst austauschen müssen. Es wurden Fragen aufgeworfen wie:

  • Aktivitäten auf politisch-struktureller Ebene oder mit eigenen kleinen Aktivitäten oder Unterstützung von bereits existierenden Initiativen?
  • Kurz- oder Langfristigkeit?
  • Wer ist unsere Zielgruppe; nur die Jugendlichen oder Familie mit Kindern?
  • Regional oder überregional?
  • Wie wird Nachhaltigkeit erreicht?
  • Brauchen wir Kooperationspartner, um unsere Ideen umzusetzen?

 

Diese Fragen behandelten wir auf dem 3. und 4. Treffen (06.08.2021 und 15.10.2021).

Als einen ersten Schritt legten wir fest, unser Anliegen gegenüber der Jugendgremien vorzustellen, ihre Expertise einzuholen bzw. sie zu involvieren. Unser Ziel dabei sollte sein auch die Perspektive Jugendlicher einzufangen. Dazu wurde eine separate Veranstaltung geplant. Die Veranstaltung sollte am 19.11.2021 im Jugendclub in Schleusingen im Jugendclub stattfinden. Zu dieser Veranstaltung sollten gezielt Jugendliche/junge Erwachsene durch Mitglieder des Netzwerkes eingeladen. Gemeinsam mit den Jugendlichen wollte wir über folgende Fragen sprechen und diskutieren:

  • Was macht einen Verein interessant für euch?
  • Was mach ihr in eurer Freizeit/ Lieblingsbeschäftigung? Wie viel Freizeit habt ihr?
  • Wenn du einen Wunsch frei hättest: Was würdest du gern machen? Was fehlt dir noch dazu?
  • Was kannst du dir vorstellen was es dir bringt, wenn du in einem Verein mit machst?

 

Leider konnten wir diese Veranstaltung wegen der sich verschärfenden Coronalage bzw. den Bestimmungen vor Ort nicht in Präsenz durchführen. Das wird auf jeden Fall eine der ersten Aktionen im Jahr 2022 sein.

Was haben wir erreicht?

  • Wir haben einen Namen für unser Netzwerk gefunden - EVAS (Ehrenamtsverzeichnis aktives Südthüringen).
  • Wir haben unseren Flyer überarbeitet und eine Postkarte erstellt.
  • Wir haben unseren Vereinssteckbrief angepasst und mit Datenschutzhinweisen versehen.
  • Wir haben begonnen unsere Webseite zu planen (Menüstruktur entwickelt).
  • Wir haben Kontakt zum Mediencamp aufgenommen, um im neuen Jahr einen Imagefilm aufzunehmen.
  • Und wir konnten einen neuen Netzwerkpartner- den Leiter des Projektes „lnkluwir" Herrn Wesely von der Lebenshilfe gewinnen.

 

Was offen bleibt sind die geplanten Präsenzveranstaltungen, von denen wir hoffen, sie im neuen Jahr stattfinden lassen zu können.

Arbeit und Leben Thüringen

Im Rahmen des Jahresthemas 2021 „Demokratie, Werte und Gesellschaft im Wandel" will sich Arbeit und Leben Thüringen konkret mit Orten gemeinschaftlichen demokratischen Handelns beschäftigen. Geplant ist eine Veranstaltung mit dem Fokus Genossenschaften als „Schulen der Demokratie", konkret als Orte von Kultur und Bildung.

Als Veranstaltungsort und Partner in der Durchführung ist das KulturQuartier Erfurt als derzeit erste Kulturgenossenschaft in Thüringen geplant.

Eine historische Betrachtung soll auch eine politische Einordnung des Genossenschaftsgedankens in verschiedenen gesellschaftlichen Systemen ermöglichen. Genossenschaften und deren Akteurinnen aus dem deutschsprachigen Raum sind eingeladen, über ihre Erfahrungen der Selbstorganisation und Mitbestimmung in der Gestaltung ihrer Projekte zu berichten.

Schließlich wird dem Austausch von Best-Practice Beispielen und Unterstützungsmöglichkeiten Raum gegeben.

Im Ergebnis soll deutlich werden, dass es sich lohnen kann, Verantwortung zu übernehmen und sich an der Gestaltung eines vielfältigen gesellschaftlichen Zusammenlebens aktiv zu beteiligen.

https://www.arbeitundleben-thueringen.de/

Bildungswerk im Bistum Erfurt

Rückblick

Das Sozialexperiment „Demokratie von unten?!" wurde 2021 mit zwei verschiedenen Gruppen durchgeführt. Hierbei handelte es sich um Gruppen geflüchteter Menschen aus dem Iran, aus Afghanistan und aus Syrien in Weimar. Insgesamt konnten 29 Teilnehmer und Teilnehmerinnen über 16 Jahren erreicht werden. Dabei wurden im Rahmen des Projektes 26 Unterrichtseinheiten erbracht. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnte die geplante Durchführung des Sozialexperimentes als Schulung für Multiplikatoren nicht stattfinden.

Insgesamt gelang 2021 ein Anknüpfen an die Vorarbeiten aus den vergangenen Jahren. Im Fokus stand dabei die Ausweitung des Konzeptes in Kooperation mit der Flüchtlingssozialarbeit der Caritas in Weimar. Dadurch konnten vulnerable, aber an der Thematik hoch interessierte Personengruppen mit direkter Zuwanderungserfahrung erreicht werden. Häufige Fluchtursache dieser Personen waren eigene politische Aktivitäten und Meinungsäußerungen, die von der Regierung im Heimatland hart bestraft und verfolgt wurden. Somit war bei einigen zwar ein politisches Grundverständnis vorhanden, jedoch fehlte es an tiefen Kenntnissen über demokratische Rechts­und Regierungssysteme und deren Aufbau.

Die bereits bestehende Kooperation mit der Flüchtlingssozialarbeit der Caritas in Weimar konnte fortgeführt und ausgeweitet werden. Mit der Fokussierung auf Zugewanderte und Geflüchtete konnte ganz gezielt auf deren Vorkenntnisse, Bildungshintergründe und Prägungen aus dem Heimatland eingegangen werden. Neuzugewanderte werden von Anfang an als für die gesellschaftliche Mitwirkung bedeutsame Zielgruppen definiert und erhalten Rüstzeug an die Hand, um die Transformation vom Geflüchteten zum Staatsbürger vollziehen zu können und sich selbst in die Gesellschaft aktiv einzubringen. Durch eine Dolmetscherin konnte sichergestellt werden, dass die Geflüchteten die Funktionsweise der gesellschaftlichen Ordnung auch nachvollziehen können. Das Sozialexperiment entwickelt damit die Kompetenzen fort, die mit den Integrationskursen angedacht sind.

Die Durchführungen fanden als mehrtätige Angebote statt, sodass am ersten Tag die Vorkenntnisse der Teilnehmenden ermittelt und durch praktische Rollenspiele und erste Theorieeinheiten ausgebaut werden konnten und am zweiten Tag konkrete Fragen und Themenbereiche zur Demokratie in Deutschland behandelt werden konnten. Geprägt von der Bundestagswahl 2021 fand hier eine Fokussierung auf die deutsche Parteienlandschaft und deren Vertreterinnen und Vertreter statt. Auch stellten die Teilnehmenden zahlreiche Nachfragen zum deutschen Rechtssystem, v.a. zum Bereich der Gesetzgebungsverfahren.

Die Auswirkungen des Sozialexperiments sowie weiterführender politischer Bildung sind in der Kurzbetrachtung sehr schwer zu ermessen. Auch können Defizite, die vorherrschen, nicht durch einmalige Veranstaltungen restlos aufgearbeitet werden, da hier viele verschiedene Faktoren zusammenwirken. Dass Durchführungen trotz erschwerten Bedingungen aufgrund der durch COVID-19 entstandenen Pandemie dennoch auf die Zielgruppe präzisiert und abgestimmt stattfinden konnten zeigt, dass durch das Projekt die Bedeutung der politischen Bildung erkannt wird. Die Beobachtung, dass Zugewanderte und Geflüchtete die Notwendigkeit von Abstimmungsverfahren erkennen und selbst initiieren, dass sie einen Ausgleich verschiedener Positionen anstreben und die Gesamtheit politischer Aushandlungsprozesse erkennen, ist positiv zu bewerten. Es stärkt das Vertrauen in die Demokratie und fördert die politische Partizipation. Durch Anleitungen durch eine Fachkraft der politischen Bildung konnten Verfahren der politischen Willensbildung und des politischen Austausches und des Aushaltens unterschiedlicher politischer Positionen eingeübt werden. Dabei konnte bisheriges politisches Wissen ausgebaut und neues entwickelt werden. Besonders Fehlinformationen, die aus der Prägung durch die jeweiligen Heimatländer vorhanden waren, konnten widerlegt und aufgearbeitet werden. Dadurch haben die Teilnehmenden Demokratie nicht nur direkt erprobt und in einer Simulation ausprobiert, sondern konnten auch gezielte Fragen anbringen und Wissen erwerben, um besser selbst an demokratischen Prozessen im neuen Land zu partizipieren. Diese Möglichkeit zu erhalten, wurde von den Zugewanderten und Geflüchteten sehr stark wertgeschätzt, da das Hinterfragen des politischen Systems im Heimatland streng verboten ist.

Bildungswerk ver.di Thüringen

Rückblick

Es fand zunächst ein Besuch/ Planungstreffen in der geplanten Veranstaltungsstätte „ver.di Bildungszentrum Saalfeld“ statt. Mit Kolleg*innen des Bildungszentrums ver.di wurden u.a. organisatorischer Ablauf, Raumplanung, Kontaktaufnahme zu und Vorabstimmungen mit möglichen beteiligten Expert*innen und Kolleg*innen besprochen.

Via Zoom, telefonisch und in Präsenz fand eine inhaltliche, konzeptionelle und organisatorische Planung eines Präsenzfachtages „SOLIDARITÄT oder EGOISMUS – In welcher Welt wollen wir leben?“ statt. Nach der Umwidmung des in Präsenz geplanten Fachtages in ein digitales Format  bedurfte es neuerlicher inhaltlicher sowie methodischer Umplanungen, Absprachen mit Beteiligten und dem Moderator.

Entworfen und postalisch sowie per Mail versendet wurden verschiedene Werbeflyer „Save the Date“// „SOLIDARITÄT oder EGOISMUS – In welcher Welt wollen wir leben?“.

Nach erfolgreicher Durchführung des Online- Fachtags wurde eine Literatur-/Linksammlung zu Fachtagsinhalten erarbeitet, den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt bzw. versendet und es fand im Nachgang des Fachtags der postalische Versand von Fachliteratur an alle Teilnehmenden statt, um die Thematik der Veranstaltung nachhaltig zu etablieren.

Die Veranstaltung fand ganztägig am 14.12.2021 über die Plattform Zoom statt. Nach Begrüßung und Erwartungsrunde fand ca. 60 Minuten ein Impulsvortrag „Gewerkschaft = Solidarität?“ von Prof. Dr. Klaus Dörre statt. Anschließend folgte ein Diskussionsforum mit Prof. Dr. Klaus Dörre, Dr. Axel Salheiser, Andreas Speit und Pea Doubek. Verschiedene zweistündige Workshops zu den Themen Verschwörung/Verschwörungsmythen, Demokratiegefährdung und Verqueres Denken fanden im Anschluss statt. Darauf folgte eine kurze Vorstellungsrunde aller Workshopergebnisse im Plenum sowie eine ausführlichen Feedbackrunde. Insgesamt haben 28 Personen teilgenommen, darunter überwiegend Personal- und Betriebsrät*innen sowie weitere politisch Interessierte.

Unser Erfolg:

Die Veranstaltung hat wie geplant stattgefunden, den Teilnehmer*innen wurde ein umfangreiches Programm geboten, in dem die unterschiedlichen Aspekte zum Thema Solidarität, Eigensinn, Egoismus, Verschwörungstheorien im Kontext Gewerkschaften betrachtet wurden. 

Die Teilnehmer*innen des Fachtags haben zuerst Hintergrundwissen über soziologische Zusammenhänge im Kontext Gewerkschaften erworben, haben diese mithilfe des Diskussionsforums schärfen können, rege die Möglichkeit für Nachfragen genutzt und konnten in Workshops Ansätze und Ideen für den Transfer in ihren Arbeitsalltag/ ihre gewerkschaftliche Arbeit entwickeln. 

Das Diskussionsforum bzw. die Workshopleitung war hochkarätig besetzt. Neben dem bekannten Soziologen Prof. Dr. Klaus Dörre von der FSU Jena nahm ein Kollege vom Insitut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena, eine Kolle-gin von mobit e.V. sowie der Autor und Journalist Andreas Speit (Autor von „Verqueres Denken“) teil.

Das Feedback der Teilnehmer*innen war durchwegs positiv und es wurde sich eine Fortsetzung/ Weiterführung die-ser Thematik gewünscht.

Die Teilnehmer*innen haben soziologisches Hintergrundwissen für ihre eigene betriebliche Praxis erworben und konnten im gemeinsamen Austausch im Rahmen des Fachtages Kontakte knüpfen, Fragen beantwortet bekommen-von den Erfahrungen anderer lernen und dadurch Anregungen für ihre eigene Arbeit als betriebliche Interessenver-tretung mitnehmen. Die Veranstaltung trägt zur Stärkung und Erweiterung der politischen Urteils- und Handlungsfä-higkeit und der aktiven und selbstbewussten Teilnahme an der so wichtigen gesellschaftspolitischen Diskussion der Teilnehmer*innen bei. Politische Sachverhalte können erkannt, kritisch hinterfragt und Folgen politischer Entschei-dungen kritisch reflektiert werden. Politische, soziale und wirtschaftliche Wirkungszusammenhänge wurden sichtbar gemacht und speziell der gesellschaftliche Wandel vor dem Hintergrund der Pandemie kann in unterschiedlichen Zu-sammenhängen besser eingeordnet werden.

DGB Bildungswerk Thüringen

Rückblick

Laut Antrag waren im Projekt unter dem Titel „Das kannst du laut sagen! - Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung in der Debatte“ drei Veranstaltungen und ein vertiefendes Wochenendseminar im Herbst 2021 geplant, in denen Leitfragen rund um das Thema „Meinungsfreiheit“ diskutiert werden sollten. Zentral war dabei die Frage, ob in einer Gesellschaft alles sagbar sein soll und wie man Betroffene von Hass und Einschüchterung wirksam unterstützen kann.

Die erste Veranstaltung unter dem Titel „Auf einmal ist der Hass da“ war für den 18. 09.2021 geplant, Ziel war eine moderierte Austauschrunde von Frauen* im geschützten Raum des Frauenzentrums Brennessel in Erfurt zum Thema Hass in den sozialen Medien und wie Frauen* damit umgehen können. Als Gesprächspartnerin konnten wir Katja Maurer gewinnen, die als Landespolitikerin mit intensiver Nutzung sozialer Medien selbst Erfahrungen mit Anfeindungen und Einschüchterungen hatte. Leider musste die Veranstaltung kurzfristig abgesagt werden, es ist jedoch angedacht, das Gesprächs- und Austauschangebot zu gegebener Zeit noch einmal zu organisieren.

Die zweite Veranstaltung fand am 13.11.2021 im Lichthaus in Weimar statt. Sie widmete sich der Frage, wie Journalismus in einer demokratischen Gesellschaft funktioniert und setzte sich mit dem von Teilen der Gesellschaft geäußerten Vorwurf der „Systemmedien“ auseinander. Gezeigt wurde der Film „Hinter den Schlagzeilen“, der das Investigativteam der Süddeutschen Zeitung begleitet. Im Anschluss gab es ein Filmgespräch mit der Thüringer Journalistin Juliane Maier-Lorenz. Am Gespräch nahmen 10 Personen teil.

Die dritte Veranstaltung mit dem Titel „Diskriminierung und Abwertung. Über die Grenzen der Freiheit von Debatte und Kunst“ fand pandemiebedingt online statt, und zwar in Form eines moderierten Streitgesprächs zwischen der Schriftstellerin Dr. Regula Venske und dem Kulturwissenschaftler Dr. Karsten Schubert.  Zur Leitfrage des Abends, welche Positionen öffentlich gesagt werden können und ab wann die Freiheit der Kunst beschnitten werden muss, weil sie verletzend gegenüber bestimmten Gruppen ist, kamen die beiden Diskutierenden durchaus zu unterschiedlichen Einschätzungen. An der Veranstaltung beteiligten sich 22 Personen aktiv. Zudem wurde sie aufgezeichnet, um sie im Nachgang auch weiteren Interessierten zugänglich zu machen und begleitend in einem Beitrag von Radio Frei diskutiert.

Komplettiert wurden die genannten Veranstaltungen durch ein Wochenendseminar in Saalfeld. Vom 26. bis 28.11.2021 bot sich den insgesamt sieben Teilnehmenden die Möglichkeit, sich vertiefend mit der Diskussion um Meinungsfreiheit und Political Correctness zu beschäftigen. Neben einer intensiven Auseinandersetzung mit der historischen Herkunft der Meinungsfreiheit in westlichen Demokratien wurde gemeinsam erarbeitet, wie ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Aussagen wie „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ aussehen kann.

Wenngleich etwas weniger Teilnehmende erreicht wurden als erhofft, ist die Gesamteinschätzung des Projekts weitgehend positiv. Insgesamt waren die Rückmeldungen sowohl der Teilnehmenden der drei stattgefundenen Veranstaltungen als auch der Teamenden und Referierenden positiv. Inhaltlich ist gelungen, zentrale Mechanismen der Meinungsbildung im Bereich der Medien, aber auch von Kunst und Kultur, näher zu beleuchten und aufzuzeigen, dass die Behauptung einer eingeschränkten Meinungsfreiheit in Deutschland keine objektive Beschreibung der Realität ist, sondern selbst eine Debattenposition in einem umkämpften gesellschaftlichen Feld darstellt. Dabei war es möglich, das komplexe Thema Meinungsfreiheit anhand konkreter Debatten kontrovers zu diskutieren, ohne die eigene Werteorientierung an einer möglichst diskriminierungsfreien Debattenkultur aufzugeben.

NEU: Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft

Du kannst mitbestimmen und verändern - wenn Du Deine STIMME zur Wahl abgibst!

Rückblick

Politische Bildung mit Blick auf das Wahljahr 2021, welches in Thüringen zum Antragungszeitpunkt sowohl die Landtagswahl im Frühjahr als auch die Bundestagswahl im Herbst einschließen sollte, hatte das Potenzial, sowohl über die Grundlagen der Wahl und Wahlprogramme als auch über die Wichtigkeit der eigenen Stimmabgabe zu sprechen.

Um die Teilhabe am sozialen Leben zu fördern und Menschen aktiv über ihre Möglichkeiten der Partizipation zu informieren, planten wir Inhalt und Umsetzung mit Teilnehmenden. Gemeinsam wollten wir erarbeiten, wie Wahlen in Deutschland funktionieren und welche Parteien welche Ziele mit ihren Wahlprogrammen verfolgen.

Vielen unserer Teilnehmenden fällt die eigene Meinungsbildung schwer, weil sie es vermeiden, sich aus unterschiedlichen Gründen mit Wahlprogrammen auseinanderzusetzen.

Daher wollten wir mit den Teilnehmenden zusammen ein Video gestalten, in dem sie anderen Menschen in ähnlichen Lebenssituationen möglichst einfach und lebensweltnah erklären, wie wir wählen und welche Partei welche Inhalte vertritt. Hierbei sollten sich die Teilnehmenden tiefgreifend mit den Themen bzw. Inhalten auseinandersetzen und somit nicht nur Wissen über die politischen Themen erlangen, sondern nebenbei verstehendes Lesen, einfaches Erklären und digitale Kompetenzen trainieren. Durch die Vermittlung von Wissen und dem Auseinandersetzen mit dem Thema, sollten die Teilnehmenden zusätzlich selbstsicherer werden und sich aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben beteiligen können.

Pandemiebedingt mussten wir die Inhalte und methodische Umsetzung umplanen, da eine Präsenzarbeit mit Teilnehmenden auf Grund der Schließzeiten für Erwachsenen­bildungseinrichtungen nicht planbar bzw. umsetzbar war.

Da wir es für sehr wichtig erachteten, für die Teilnehmenden zu diesem Thema ein Angebot vorzuhalten, wollten wir das Projekt in veränderter Weise durchführen und an die aktuellen Gegebenheiten der Corona-Pandemie anpassen.

Da Präsenz in der Teilnehmerarbeit nicht möglich war, wollten wir das Thema mit Hilfe von Lernvideos, die wir bei YouTube den Teilnehmenden zur Verfügung stellten, bearbeiten. Mit dieser Methode, so die Idee, könnten wir die Teilnehmenden auch aus der Ferne erreichen und unserem Bildungsziel gerecht werden. Zudem war angedacht, dass die Lernvideos auch in möglichen Onlineschulungen oder virtuellen Treffen als Grundlage für eine Diskussion dienen könnten.

Ein Mitarbeiter begann im Januar mit Recherche, Sichtung und Erarbeitung von Materialien, die wir für die Durchführung benötigten. Hierzu erstellten wir eine Informationssammlung über die Parteien, deren Wahlprogramme und die Prozesse, die mit der Wahl zusammenhängen. Diese war für die Teilnehmenden als Ausgangslage für weitere Recherchen gedacht.

Die Projektumsetzung wurde aber nochmals erschwert, da die Landtagswahl vom Frühjahr auf den Tag der Bundestagswahl verschoben wurde. Daher entschlossen wir uns auch zeitlich anders zu planen. Das wiederum wurde dann durch die Absage der Landtagswahl nochmals getoppt.

Mit den Recherchen für die Lernvideos überlegten wir, wie die Inhalte am besten für die Teilnehmenden aufbereitet werden konnten. Die Inhalte sollten so weit vereinfacht werden, dass sie verständlich und nach Möglichkeit selbsterklärend sind und ohne das Zutun eines Dozenten oder Referenten verstanden werden konnten.

Hierfür war es notwendig, zuerst eine möglichst interessante Präsentationsform zu finden, da diese ausschlaggebend für den Erfolg der Videos bei den Usern ist. Wir versuchten über einige Tools und Webseiten eine passende Präsentationsform zu finden. MySimpleShow und Mynd waren hier unsere Favoriten. Jedoch waren beide in der Umsetzung nicht geeignet, da hier keine Tonspur eingefügt werden konnte, sondern nur künstliche Stimmen auszuwählen waren.

Wir entschieden uns daher für eine Kombination aus Legetechnik und Präsentation via PowerPoint, welche wir mit Hilfe von OBS Studio aufnahmen und mit einer Tonspur versahen. Zudem wurden der Legetechnik Green Boxen hinzugefügt, in denen in einfacher Sprache noch einmal einzelne Begriffe erläutert wurden.

Wir begannen nun die Themen zu ordnen und auszuarbeiten.

Im ersten Video sollte der Landtag, der Bundestag und die Wahlen das Thema sein.

Im zweiten Video standen die Regierungsbildung und die Opposition im Mittelpunkt.

Mit dem Schreiben des Storyboards wurden die Inhalte festgelegt und im Sprecherskript ausformuliert. Zu bestimmten Schlagworten im Sprechertext wurden nun Bilder auf verschiedenen Webseiten herausgesucht, die zur Nutzung nach CCO Lizensierung freigegeben waren. Zudem wurden eigene Grafiken erstellt bzw. vorhandene bearbeitet. Nachdem die Animationen eingefügt waren, konnten die ersten Aufnahmeversuche starten. Es stellte sich heraus, dass wir doch deutlich mehr Versuche benötigten, bis Präsentation und Ton zueinander passten, als ursprünglich geplant. Mit Hilfe des Opensource Programms Open Shot Video konnten kleinere Fehler auch nach der Aufnahme noch behoben werden. Vor der Veröffentlichung wurden dem Video noch der Verweis auf den Förderer und der Disclaimer hinzugefügt.

Nach der Veröffentlichung des ersten Videos wurde der Link an trägerinterne Projekte und Multiplikatoren gegeben, damit diese das Video an ihre Teilnehmenden verteilen konnten. Der YouTube Account wird aktuell noch wenig von externen Usern genutzt. Es kann davon ausgegangen werden, dass größtenteils Teilnehmende unseres Hauses auf das Video zugegriffen haben.

Das zweite Video wurde mit der gleichen Methode erstellt. Zum Zeitpunkt der Erstellung von Video zwei wurde bekannt, dass die Landtagswahlen nicht stattfinden werden. Wir überlegten, wie wir mit dem ersten Video, in dem wir uns ja weiterhin auf beide Wahlen bezogen, umgehen sollten. Mit der Veröffentlichung von Video zwei, stellten wir auch Video eins erneut online, ergänzten dieses jedoch mit dem Hinweis, dass die Landtagswahl nicht stattfindet. Auch Video zwei wurde an trägerinterne Projekte und Multiplikatoren weitergeleitet, sodass die Teilnehmenden auch hier informiert wurden.

Da uns nicht absehbar erschien, wann wir mit unseren Teilnehmenden in den unmittelbaren persönlichen Austausch gehen können, planten wir virtuelle Treffen. Hierzu musste die Teilnehmergruppe, die wir erreichen wollten, aber mit Laptop, Kamera und Headset ausgestattet werden. Ab Juni 2021, also noch vor der Bundestagswahl, konnten wir dann mit den Teilnehmenden auch in Präsenz am Thema arbeiten.

Wichtig war uns zu Beginn, dass Regeln der Kommunikation in der Gruppe besprochen wurden. So war der offene Austausch, ohne sofortige Wertung einer Meinung, ein zentraler Punkt. Niemand sollte ausgegrenzt werden. In einer Diskussionsrunde haben wir die Prozesse der Wahl besprochen und geschaut, wie gut die Vor-bzw. Grundlagenkenntnisse der Teilnehmenden sind. Hierbei kamen auch die zwei Lernvideos zum Einsatz. Im Anschluss sollten die Teilnehmenden auf einem virtuellen Whiteboard alle Themen sammeln, die ausschlaggebend dafür sind, welche Partei sie wählen. Diese Themen konnten zu diversen übergeordneten Themen geclustert werden. Im weiteren Verlauf war es die Aufgabe der Teilnehmenden in den Parteiprogrammen nachzuschauen, wie welche Partei zu ihren Themen steht und dies in eine Übersicht zu bringen. Auch hier entstand ein Jamboard mit vielen Informationen. Im abschließenden Gespräch wurde diese Übersicht ausgewertet und diskutiert. Bei vielen Teilnehmenden war zu erkennen, dass sie vorher nicht wussten, wie die Partei ihrer Wahl zu den Themen steht, die sie interessierten.

So konnten wir, zwar methodisch völlig anders als bei der Beantragung geplant, aber trotzdem sehr informativ und wertvoll für die Teilnehmenden unser Anliegen umsetzten.

Es zeigte sich, dass das Interesse bei den Teilnehmenden sehr gut war, das Thema zu bearbeiten und sich auseinanderzusetzten. Obwohl es in der Teilnehmendengruppe vor Beginn der Veranstaltungen große Bedenken bezüglich des Themas gab, war die Rückmeldung und die Mitarbeit danach und währenddessen sehr gut.

Wissen und Argumente auszutauschen, andere Standpunkte zuzulassen und zu akzeptieren brachte alle weiter.

Aus dem Feedback der Teilnehmenden konnten wir entnehmen, dass es vor allem die Offenheit in der Runde in Kombination mit den digitalen Methoden waren, welche die Teilnehmenden für das Thema aufgeschlossen haben.

Die Teilnehmenden waren absolut interessiert sich auch der virtuellen Arbeit zu stellen, mit der sie bisher gar nicht oder nur bedingt Berührung hatten. Sicher war alles unter genauer Anleitung möglich, aber auch absolut der Zeit und den Bedingungen angemessen.

Sowohl die Videos als auch die Veranstaltung sind sehr gut angenommen wurden.

Im Oktober hat es nochmals eine offene Austauschrunde zum Wahlausgang gegeben.

Zu den Videos:

Das BWTW e.V. erklärt Politik Part 1 Bundestag, Landtag, Sitzverteilung und Wahlen.

Das BWTW e.V. erklärt Politik Part 2, Regierungsbildung und Opposition.

Diakonisches Bildungsinstitut J. Falk

Rückblick

Das Projekt „Durchblicken" ist erfolgreich und planmäßig im Jahr 2021 umgesetzt worden. Das Konzept, über niederschwellige Bereiche wie Musik und Computerspiele politische Bildung zu vermitteln, erwies sich als sehr nützlich und ist von der Zielgruppe - Menschen mit Behinderung - mit viel Freude und Motivation angenommen worden. Stattgefunden haben insgesamt 3 Workshop an jeweils zwei Tagen (14./15.09.2021, 13./14.10.2021, 07.12.2021), bei denen 21 Menschen mit Behinderung und 17 auszubildende Heilerziehungspfleger*innen erreicht wurden.

Mit dem Dozenten-Team vom Verein „cultures interactive" e.V. haben wir junge Leute gefunden, die sehr viel Kenntnis über die Bereiche mitgebracht haben und geeignete Methoden anwenden konnten, um die Zielgruppen zu erreichen.

Am Bodelschwingh-Hof Mechterstedt haben 10 Teilnehmer*innen an zwei Workshop­Tage (13./14.09.2021) das Programm „Durchblicken: Musik" erlebt. Das Dozenten­Team Michael Graupner und Erik Anton sind dabei zunächst auf musikalische Vorlieben der Teilnehmer*innen eingegangen, haben anhand von Magazinen, Plattencovern, Musikvideos und vielen Hörbeispielen weitere Musikrichtungen präsentiert und mit der Gruppe über Texte und Geschichten hinter den Bands gesprochen. Workshops für die Zielgruppe - Menschen mit Behinderung - bedürfen einer besonderen Herangehensweise; einfach strukturiert, aktives Einbeziehen der Gruppe, viele Beispiele zum Illustrieren des Inhalts, anschauliches Lehr- und Lernmaterial und leicht verständliche Informationen (leichte/ einfache Sprache). Beginnend mit einer Kennenlernphase, tauschten sich die Teilnehmer*innen und Teamer über Musik aus. Anhand von Bildern, Social Media Posts, Plattencovern, Magazinbeiträgen, Hörbeispielen, Songtexten und Videos konnten verschiedene Aspekte der Rock- und Popgeschichte in Verbindung zu gesellschaftlich-politischen Themen, insbesondere Rassismus, Sexismus und Homophobie gebracht werden. Angesprochen wurden Musikgruppen, die zum rechten Rand gezählt werden, beispielsweise die Band „Frei.Wild" genauso wie Schlagerstars oder Rap-Musik.

Um den Dialog hin zu persönlicher Bedeutung von Musik zu lenken und den eigentlichen Kern des Kurses zu erreichen, bedurfte es viel Zeit und Vertrauen. Die eigene Kreativität und Gruppendynamik angeregt, hat zum Abschluss ein Planspiel, bei dem die Gruppe ein eigenes Festival entwerfen konnte.

Besonders eindrucksvoll ist der Workshop "Durchblicken: Gaming" von allen Akteuren erlebt worden: für Teilnehmende höchst erkenntnisreich hinsichtlich verschleierter Botschaften innerhalb von Videospielen, für Dozenten hinsichtlich der Rezeption von Games in dieser Zielgruppe, für alle werden die Workshoptage als lebhaft und außergewöhnlich erinnert. Angesprochen fühlten sich von dem Thema elf Werkstatt­Beschäftigte im Alter zwischen 18 und 30 Jahren: Gaming, digitales Kommunizieren und Eintauchen in virtuelle Welten ist eine attraktive Freizeitgestaltung, die allein und gemeinsam unternommen wird. Nach der Kennenlernphase sind Spiele besprochen worden, die das gesamte Gaming Spektrum abdeckten: von dem Spiel „Sims", das Lebensverhältnisse simuliert und zulässt, seine Figuren mit verschiedenen Merkmalen, wie Hautfarben und Handicaps darzustellen, bis zum echten Ballerspielen, wie "Battlefield" (Version 1942), bei dem historisch bedeutsame Schlachten vor originalen Schauplätzen des zweiten Weltkriegs ausgefochten werden. Deutlich wurde beim genauen Hinsehen der Spiele, welche Stereotypen in vielen Spielen bedient werden, etwa das Konzept der hegemonialen Männlichkeit, fragwürdige Frauendarstellungen, die Ausrichtung des kompletten Spiels auf eine westliche, weiße Gesellschaft. Sensibilisiert wurden die Teilnehmenden hinsichtlich Diskriminierung in Videospielen. Mit Fragen, wie „Warum zockt ihr?" und „welche Gefühle löst es bei euch aus?" konnten persönlichen Handlungskonzepte ausgelotet werden.

Die Organisation des Projekts erwies sich als umfangreicher als im Antrag vorerst angenommen. Sowohl die Projektkoordinatorin als auch die Verwaltungsmitarbeiterin hatte mit der Umsetzung des Projekts einen Mehraufwand, vor allem hinsichtlich auferlegten Hygienemaßnahmen und der darauf ausgerichteten Veranstaltungsorganisation. Zudem erwies sich die Entscheidung mit drei Dozenten beim Thema „Gaming" zu arbeiten als sehr hilfreich, da im zweiten Teil des Workshops die Teilnehmer Computerspiele ausprobieren durften und oft eine 1: 1 Betreuung notwendig war. Mit Tobias Wenzel haben wir einen jungen Video-Redakteur gefunden, der diesen Workshop authentisch dokumentiert und gemeinsam mit Michael Graupner zum Teaser aufbereitet hat. Mit dem Video sollen weitere Sozialträger von diesem Angebot erfahren und das Thema bearbeiten. Wir erreichen mit dem Video ein großes Publikum, zeigen es auf unserer Website und dem YouTube Kanal. Mit Erkenntnissen aus den beiden Workshops werden wir weitere Fortbildungen für Menschen mit Behinderung zum Thema politische Bildung anbieten können, haben unser Dozentennetzwerk erweitert und um ein neues Thema bereichert.

Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen

Menschliche Begegnung hat gerade angesichts der Epidemie eine besonders große Bedeutung, auch in der Bildung. Wir versuchen, ein altes Format („Salon“) Corona-konform neu zu erfinden.

An kleinen Tischen und mit einem vielfältigen Programm wollen wir uns den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zuwenden. Dabei soll es u.a. um Themen, wie Verschwörungstheorien in Gegenwart und Geschichte, um „Bilder von Eigenen und Fremden“, aber auch um „Humor in der Politik“ gehen.

Bewusst setzen wir dabei auf interessante Räume (Innen- und Außenräume) und eine kulturelle Rahmung. Ziel ist es, den Zusammenhalt in diesen schwierigen Zeiten zu fördern, aktuelle Themen diskursiv und vielfältig neu zu beleuchten und dabei zu zeigen, dass auch politische Bildung positive Emotionen braucht.

https://www.eebt.de/de

Landvolkbildung Thüringen

Rückblick

Mit dem Bilderbuch für Große sollte in 12 Monaten eine „Anschau"Hilfe für Eltern und pädagogisches Personal entstehen, welches die „Großen" Vorlesern, Vorbildern und Erklärern dabei unterstützt, gute Argumente und passende Worte zu finden, Situation treffend zu beschreiben und Antworten zu geben, ohne „ins Schwitzen" zu kommen. So sollten komplexe und nur schwer darzustellende Themen vereinfacht dargestellt werden.

So gingen wir von Januar bis März 2022 auf Eltern, Elternvertreter, Lehrer, Erzieher, pädagogisches Personal und Fachdienste zu und starteten Abfragen zu aus ihrer Sicht wichtigen Themen. Die Rückmeldungen (ca. 75%) welche wir erhielten, zeigten uns, dass unser Ansatz geändert werden musste. So erhielten wir die Information, dass es hierzu schon gutes und anschauliches sowie leicht verständliches Bild- Video und Tonmaterial, ja sogar Arbeitsblätter gibt, die bereits gerne genutzt werden. Auch bekamen wir in 45% der Fälle der Gespräche die Rückmeldung, dass es als sinnvoller erscheint, den Landkreis und hier prägnante Orte/ Personen oder Traditionen vorzustellen, etwas das uns in Sonneberg ausmacht. Denn vielen (neuen) Sonnebergern ist Sonneberg und seine Geschichte gar nicht mehr richtig bewusst.

So nutzten wir die Monate März bis Oktober die Inhalte und Bilder für das Buch zu erstellen und zu bearbeiten. Für das Layout sowie für den Druck und die Werbung auf verschiedenen Wegen (Online, Netzwerke, Flyer) konnten wir den Diplom Kaufmann und regionalen Graphiker Jens Kaufman gewinnen. Herr Kaufmann ist in vielerlei Hinsicht in der heimatverbunden und der bildhaften Darstellung des Landkreises seit mehr als 15 Jahren tätig.

Mit diesem Buch konnte so ein Bilderwerk entstehen, das unsere Gesellschaft vor Ort im ländlichen Raum im Wandel der Zeit zeigt und gelichzeitig dabei unsere aktuellen Traditionen und Denkmäler einfach erklärt.

Im November und Dezember 2021 wurden die erstellten Texte und Bilder zusammengefügt, nochmals überarbeitet und gingen in den Druck. Die Auslage und Verteilung der 500 Exemplare kann aufgrund von Lieferschwierigkeiten erst im Frühjahr 2022 erfolgen.

Das entstandene Bilderbuch wird dann sozialen, öffentlich zugänglichen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen, Amt für Bildung und Teilhabe, dem Jobcenter und dem Amt für Migration des Landkreises sowie Sozialberatungsstellen (Jugendamt, Erziehungsberatung, Mütterberatung, ProFamilia, AWO, Diakonie, Volkssolidarität) und Bildungsträgern kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Unser Ziel mit dem Buch ist es, den Menschen ihren Landkreis im Wandel der Zeit damit aufzuzeigen und dabei den ländlichen Raum, unsere wichtigen und markanten Orte und Persönlichkeiten sowie Traditionen einen Wiedererkennungswert zu geben.

Paritätisches Bildungswerk LV Thüringen

Rückblick

Das Seminar „Bedrohungsmanagement und Psychologische Deeskalation -Fallmanagement bei Gewalt am Arbeitsplatz", wie ursprünglich geplant, konnte aufgrund einer internen Dozentenneubesetzung des Instituts für Psychologie und Bedrohungsmanagement und der damit verbundenen terminlichen Umplanung nicht ausreichend beworben werden. Dadurch war die Anmeldezahl für eine Durchführung zu gering. Da die PBW-Mitgliedsorganisation parisat ein ähnliches Seminar im Programm hatte, erfolgte eine Umplanung & Änderungsantrag für die Durchführung des Seminars „Deeskalations-und Selbstbehauptungsstrategien Umgang mit Konflikten, Aggressionen und Gewalt" am 08/09.11.2021 jeweils von 9 bis 16 Uhr.

Inhalte im Überblick:

►           Theoretischer Teil: Konfliktentstehung und -verlauf, Prävention, Intervention und Krisenmanagement, Konfliktlösungsstrategien, Rechtliche Rahmenbedingungen, Stressmanagement und Selbstpflege, Fallbesprechungen

►           Praktischer Teil: Haltung und Körpersprache, Kommunikation in Bedrohungssituationen, Auffanggespräch nach einem Übergriff, Befreiungstechniken

Erreichte Bildungsziele:

►           Erwerb von gesellschaftlichen Hintergrundwissen, Kommunikations- und Handlungsansätze für unterschiedliche Settings

►           Erhöhung der eigenen Handlungssicherheit für schwierige Situationen, um Eskalationen sowie Gewalttaten zu reduzieren und damit auch eigene Gesundheit/ Arbeitsfähigkeit zu behalten

►           Sensibilisierung und Befähigung die eigene Situation zu reflektieren, Selbstverantwortung und Verantwortung für eigenes Handeln und die Gesellschaft zu erkennen, zu übernehmen und gestaltend auf Prozesse einzuwirken

►           Konkrete Besprechung von Fällen aus den Arbeitssettings der Teilnehmenden

►           Positive Effekte auf das politisch-gesellschaftliche Wirken der Teilnehmenden insbesondere durch Wissenszuwachs, mehr Handlungssicherheit, Reflexion, Abbau von Vorurteilen bis hin zu vorausschauendem Handeln, um schwierige/eskalierende Situationen frühzeitig zu erkennen

►           Stärkung eines sicheren Arbeitens in den verschiedenen Berufsfeldern und Förderung des Schutzes der Hilfebedürftigen und der Mitarbeitenden

►           Stärkung eines gesellschaftlichen Miteinanders

Insgesamt haben 14 Personen teilgenommen (angemeldet 17 TN) aus folgenden Arbeitsfeldern der Sozialwirtschaft: Integrationsberater*in, Sozialpädagogen, Kitapersonal, Schulsozialarbeiter*in, Jugendamtsmitarbei­tende, Mitarbeitende in der Behindertenhilfe, amb. Eingliederungshilfe und Altenpflege, Pädagogi­sche Fachkräfte u. a. in der psychosozialen Betreuung sowie in der Arbeit mit straffälligen

Evaluation

Das Seminar wurde über den Feedbackbogen der parisat durchgängig mit „sehr gut" bis „gut" bewertet (Grundlage 14 x ausgefüllte Bögen). Des Weiteren wurden vermehrt weitere Themen zur Vertiefung/Fortführung aufgelistet.

►           Teilnehmer*innenstimmen:

,, War klasse, vielen Dank dafür!"

,,Die Seminare des Paritätischen sind immer eine runde Sache. Ich bin Wiederholungstäterin."

,,Ja, sehr ansprechende Fortbildung. Klasse Dozent. Ziele und Inhalte klar formuliert und besprochen." ,

,Da das Thema sehr umfangreich ist, gerne mehr als 2 Tage."

,,Sehr gutes Seminar mit toller Betreuung."

►           Themenwünsche: Akuten Stresssituationen begegnen, Selbst- und Fremdwahrnehmung, soziale Ar­beit mit aggressiven Müttern, Umgang mit KWG


Aufbauend auf den Erfahrungen der Vorjahre wurden die verschiedenen Formate und Ansätze für die politische Bildung fortgeführt und ausgebaut. Durch die Herausforderungen der Corona-Pandemie mussten einige Veranstaltungen abgewandelt, online durchgeführt, verschoben oder abgesagt werden.

Die Aktivitäten wurden ermöglicht durch die Förderung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) sowie durch die Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen (LZT).

 

Veranstaltungen im Überblick - 2020

  • Jüdisches Leben in der Arbeiterinnenbewegung in Thüringen / Online-Workshop zur Konzeptionserarbeitung / Arbeit und Leben Thüringen
  • "Demokratie von unten" / Planspiel / Bildungswerk im Bistum Erfurt - ABGESAGT
  • Toleranz und Akzeptanz von Menschen mit Behinderung im Laufe der Geschichte - 3. Reich, DDR und heute / Recherche, Exkursion, Videoproduktion / Erfurt / Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft
  • Vereint oder Gespalten?Arbeitskämpfe in Deutschland / Podiumsdiskussion / Erfurt / DGB Bildungswerk Thüringen
  • Vereine stärken - vereinte Stärken / Kursangebot / Kloster Donndorf / Ländliche Heimvolkshochschule Thüringen - ABGESAGT
  • "Mein Leben - Blaue Augen bleiben blau" / Lesung und Gespräch / Thüringen / LSB Bildungswerk Thüringen - ABGESAGT
  • "Farbenspiel in der Grauzone" / Künstlerische Auseinandersetzung / Erfurt, Weimar, Jena / Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen
  • Miteinander reden in politisch unruhigen Zeiten / Workshop / Erfurt / Bildungshaus St. Ursula - ABGESAGT
  • Grenzwertig 2020 / Umfrage, Handreichung / Region Sonneberg / Landvolkbildung Thüringen
  • Vom FDGB zur pluralen Gewerkschaftsbewegung in Deutschland / Kamingespräch mit Zeitzeugen / Bildungswerk ver.di Thüringen - ABGESAGT
  • Fit für die Zukunft - durch Vielfalt im ländlichen Raum / Vereinsarbeit, Vernetzung / Südthüringen / AG Regionale Bildung
  • Partizipation und Demokratiebildung in der Kita / Beratung und Prozessbegleitung / Erfurt / AWO Bildungswerk Thüringen
  • Mitmischen / Workshop, Videoproduktion / Eisenach / Diakonisches Bildungsinstitut J. Falk
  • Politische Bildung vor Ort / Methodentraining / Neudietendorf / Paritätisches Bildungswerk LV Thüringen

Aufbauend auf den Erfahrungen aus 2018 wurden die verschiedenen Formate und Ansätze für die politische Bildung fortgeführt und ausgebaut.

Die Aktivitäten wurden ermöglicht durch die Förderung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) sowie durch die Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen (LZT).

 

Veranstaltungen im Überblick - 2019

  • Ohne Revolution keine Demokratie / Ausstellungen, Stadtrundgang und Vorträge sowie eine internationale Tagung zur Weimarer Verfassung / Gotha, Weimar / Arbeit und Leben Thüringen
  • "Demokratie von unten" / Planspiel / Küllstedt, Weimar / Bildungswerk im Bistum Erfurt
  • 100 Jahre Novemberrevolution / Theaterstück und Diskussion / Erfurt / DGB BIldungswerk Thüringen
  • Weiterbildung für pädagogisches und ehrenamtliches Personal sozialer Einriichtungen im ländlichen Raum / Seminarreihe / Sonneberg / Landvolkbildung Thüringen
  • Die Anfänge der betrieblichen Mitbestimmung in der Weimarer Republik / Fachtag / Saalfeld / Bildungswerk ver.di Thüringen
  • Regionale Demokratie - für Toleranz und Vielfalt im ländlichen Raum / Vereinsarbeit / Südthüringen / AG Regionale Bildung
  • Partizipation und Demokratiebildung in der Kita / Beratung und Prozessbegleitung / Erfurt, Marlishausen / AWO Bildungswerk Thüringen
  • Politische Bildung inklusiv - Demokratische Strukturen erfahren / Exkursion, Theaterstück / Eisenach, Wartburgkreis / Diakonisches Bildungsinstitut J. Falk
  • Formatentwicklung und -erprobung für die politisch-kulturelle Arbeit in ländlichen Räumen / Musikalische Lesungen, Workshop / Effelder / Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen
  • Politische Bildung kreativ gestalten / Methodentraining / Neudietendorf / Paritätisches Bildungswerk LV Thüringen

Dem Bereich der politischen Bildung misst die Erwachsenenbildung schon seit langem große Bedeutung zu. Kooperationsprojekte zwischen den Trägern und die Zusammenarbeit der Landesverbände hatten oft politische Themen zum Inhalt (z.B. LOFT-Kooperationen zu Demokratiebildung 2012, Bürgerschaftlichem Engagement 2013 und Bildungsgerechtigkeit 2014).

Mit den zunehmenden Angriffen auf die Demokratie seit 2015 und den wiederkehrenden Aussagen des Thüringenmonitors zur nachgewiesenen Verbreitung demokratiekritischer Einstellungen verstärkten die anerkannten Träger der Erwachsenenbildung ihre Anstrengungen für die politische Bildung. Demokratiebildung sollte dabei nicht länger als eigenständiges Thema angesehen werden, sondern vielmehr als ein breiter Themen- und Inhalte-übergreifender Gesamtbildungsauftrag umgesetzt werden. Unter dieser Prämisse erarbeiteten die erfahrenen Träger gemeinsam mit denen, die sich genuin nicht mit politischer Bildung beschäftigen, ein Konzept zur Nutzung der Vielfalt der Zielgruppen und methodischen Ansätze, um politische Sachverhalte in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen zu behandeln und neue Lernfelder zu eröffnen.

Im Jahr 2018 setzten zu den beiden Hauptsträngen „Aus demokratischen Umbrüchen lernen“ und „Partizipation im und für den ländlichen Raum stärken“ 25 freie Träger und Volkshochschulen unter dem Motto „Neue Wege in der Erwachsenenbildung“ 28 Bildungsangebote um. Dabei wurden sie durch Projektmittel des Landes Thüringen und eine Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung unterstützt. Die Träger erhielten die Möglichkeit neue Ansätze auszuprobieren. Die Formate erstreckten sich von Lesungen mit anschließender Diskussion über Recherchen zu historischen Dokumenten und Bildern bis hin zu Exkursionen und mehrtätigen Veranstaltungen und richteten sich an Zielgruppen, wie z.B. Senior*innen, Multiplikator*innen, Eltern, Künstler*innen.

Das Modellhafte bestand häufig in der Kombination von Formaten, Zielgruppen und Methoden. z.B.

  •  Menschen, die sich vorher nicht für geschichtliche Themen interessiert hatten, nahmen an einem Bildungsfreistellungsseminar zum Thema „100 Jahre Novemberrevolution“ teil.
  • Jugendliche aus sog. bildungsfernem Umfeld und mit z.T. demokratiefeindlichen Ansichten erarbeiteten gemeinsam mit Geflüchteten ein Figurentheaterstück zur Geschichte der Demokratie
  • Rentner*innen im ländlichen Raum nutzten ein Internetcafé, um durch Lernbegleitung Unsicherheiten und Ängste bei Hintergrundrecherchen am PC abzubauen.

 

Die beteiligten Träger formulierten gemeinsame Zielstellungen für ihre Projektarbeit, aus denen Erfolgskriterien entwickelt wurden. Ein Evaluationsteam führte die Ergebnisse der Einzelansätze zusammen und bereitete eine Diskussion mit politischen Entscheidungsträgern vor. Im Rahmen eines politischen Fachgespräches konnte belegt werden, dass die anerkannte Erwachsenenbildung ein großes Potenzial für die politische Bildung bietet. Es wurde aufgezeigt, wie die vielfältigen Formate und Zielgruppen und ihre Kombination mit unterschiedlichen Kontexten zu einer Unterstützung demokratischen Zusammenlebens beitragen.

 

Veranstaltungen im Überblick - 2018

Mit den Veranstaltungen sollten verschiedene Formate und Ansätze für die politische Bildung aufgezeigt und in unterschiedlichen Zusammenhängen getestet werden.

  • Ohne Revolution keine Demokratie / Gotha / Arbeit und Leben Thüringen
  • Studienreise nach Berlin zum Thema 100 Jahre Novemberrevolution / Berlin / DGB-Bildungswerk Thüringen
  • Die Anfänge der betrieblichen Mitbestimmung in der Weimarer Republik / Saalfeld / Bildungswerk ver.di Thüringen
  • Formatentwicklung und Erprobung für die politisch-kulturelle Arbeit im ländlichen Raum / Wielandgut Oßmannstedt / Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen
  • Ein Leitfaden für Demokratieretter / Schmalkalden, Kromsdorf / LSB Bildungswerk Thüringen
  • Politische Bildung inklusiv - Gemeinsam für Rastenberg / Rastenberg / Diakonisches Bildungsinstitut J. Falk
  • Partizipation und Demokratiebildung in der Kita / Erfurt / AWO Bildungswerk Thüringen
  • Politische Bildungsfahrt für Frauen aus dem ländlichen Raum / Berlin / Landvolkbildung Thüringen
  • Demokratie im Wandel der Zeit - ein Medienprojekt im ländlichen Raum / Sonneberg / Landvolkbildung Thüringen Video
  • Politische Bildung kreativ gestalten / Neudietendorf / Paritätisches Bildungswerk LV Thüringen
  • Demokratie "von unten"?! / Heilbad Heiligenstadt / Bildungswerk im Bistum Erfurt
  • Regionale Demokratie - für Toleranz und Vielfalt im ländlichen Raum / Südthüringen / AG Regionale Bildung