Freie Träger der Erwachsenenbildung engagieren sich seit vielen Jahren auch bei der Qualifizierung von pädagogischem Personal in Kindertagesstätten und Grundschulen. Sie setzen die Pluralität ihrer Methoden und ihre Erfahrung im Umgang mit erwachsenen Lernenden ein, um das für die Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen notwendige Umdenken in Kindertagesstätten und Grundschulen voranzutreiben.

In Kooperation mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) arbeitet LOFT daran, die Kräfte der Partner zu bündeln und die Angebote wirkungsvoller verbreiten zu können. Den Höhepunkt bilden jährlich thematisch ausgerichtete Fachtagungen.


Pädagogischer Fachtag 2022: "Aus Krisen lernen - Kinder besser verstehen und kompetent begleiten in turbulenten Zeiten"

Freitag, den 16. September 2022, in der Landessportschule Bad Blankenburg

 

Die Welt wird gerade von Krisen geschüttelt.

Wir haben zwei Jahre unter der Pandemie gelitten und wissen nicht, wie das weitergeht. Umweltkatastrophen kommen immer näher und werden immer häufiger. Und nun erfasst uns das Grauen im Angesicht des russischen Aggressionskrieges auf die Ukraine.

 

Inmitten von Allem sind die Kinder unser größter Schatz und unsere Zukunft. Gerade in Zeiten, in denen uns manchmal selbst der Kompass abhandenkommt oder äußere Bedingungen die Umsetzung guter Konzepte erschweren, dürfen wir das Verständnis und das Gefühl für die kleinen Leute nicht verlieren.

Darum haben wir unseren diesjährigen Pädagogischen Fachtag unter das Motto gestellt: Aus Krisen lernen - Kinder besser verstehen und kompetent begleiten in turbulenten Zeiten.

Wir freuen uns, mit Gila Zirfas-Krauel eine Hauptreferentin gefunden zu haben, die viele von Ihnen sicher über das nifbe kennen. Sie hat während der Pandemie mit vielen Kitas direkt gearbeitet und kann über äußerst spannende Geschichten und Herausforderungen berichten. Dabei geht es auch um Strategien, sich in den permanenten Spannungsfeldern zwischen Erwartungen von Eltern, Kindern, Arbeitgebern und Staat nicht selbst aus dem Blick zu verlieren. Denn das ist eine Grundvoraussetzung, Kinder gut begleiten zu können.

Die Themen der Workshops richten sich an Pädagog*innen sowohl aus dem Elementar- als auch aus dem Primarbereich. Sie zeigen, was wir Gutes aus der Krise gelernt haben und vielfältige Möglichkeiten, um Krisen auch in Zukunft professionell zu meistern. Als Begleitprogramm bietet der Fachtag den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, anhand einer Online-Umfrage über positive Erfahrungen während der Pandemie ins Gespräch zu kommen.

In Kooperation der Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenbildung in Thüringen e.V. (LOFT) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) werden seit 2016 jährlich Fachtage zu einem aktuellen Bildungsthema angeboten.

Freie Träger der Erwachsenenbildung engagieren sich seit vielen Jahren bei der Qualifizierung von pädagogischem Personal. Sie setzen die Pluralität ihrer Methoden und ihre Erfahrung im Umgang mit erwachsenen Lernenden ein, um das für die Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen notwendige Umdenken in Kitas und Grundschulen anzuregen und zu unterstützen.

Wir freuen uns, Sie in diesem Jahr in der Landessportschule in Bad Blankenburg begrüßen zu können. Auf Sie wartet ein bewegter Tag in wunderschöner Umgebung.

ThILLM Veranstaltungsnummer: 23 380 0801

 

Unser Fachtag führt uns in diesem Jahr in die Landessportschule nach Bad Blankenburg (Wirbacher Str. 10, 07422 Bad Blankenburg).

Mit dem Zug gut zu erreichen, finden wir hier hervorragende Lernbedingungen vor.

Für die Anreise mit dem Pkw stehen ausreichend Parkplätze zur Verfügung.

Flyer

9:00 Uhr                      Ankommen

9:30 bis 10:40Uhr      Begrüßung - Hauptvortrag

10:40 bis 11:00 Uhr    Kaffeepause

11:00 bis 13:00 Uhr    Workshop-Runde 1

13:00 bis 14:00 Uhr    Kreative Mittagspause

14:00 bis 16:00 Uhr    Workshop-Runde 2

Auch in diesem Jahr bieten wir wieder einen Büchertisch zum Stöbern an.

Die Landessportschule bietet ein reichhaltiges Mittagsbuffet an (Kosten: 9,- € pro Person). Bitte informieren Sie uns mit Ihrer Anmeldung, ob Sie dieses in Anspruch nehmen möchten.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, während der Mittagspause an einem Rundgang durch die Landessportschule teilzunehmen.

"Endlich wieder Freude am Pädagogischen Arbeiten - zwischen Erwartungen, Absurditäten und gesundem Menschenverstand"

Gila Zirfaß-Krauel, nifbe-Prozessbegleiterin, Expertin für themenzentrierte Interaktion

Die Coronapandemie und der Ukrainekrieg stellen die Zusammenarbeit in vielen KiTa´s und Grundschulen auf eine harte Probe. Leiter*innen, Lehrer*innen, pädagogische Fachkräfte und Fachberatungen berichten über äußerst spannende Geschichten und Auswirkungen. Wie gelingt es mir in meiner Professionalität zu bleiben, obwohl mein Arbeitsbereich nicht mehr der ist, der er mal war? Wie behalte ich meine Freude und den Spaß an meiner Pädagogischen Arbeit, obwohl die Rahmenbedingungen und Vorgaben meine Pädagogik zum Teil lahmlegen?

Die permanenten Spannungsfelder zwischen Erwartungen von Eltern, Kindern, Arbeitgebern, dem Staat und seinen Vorgaben und mir selbst als Fachkraft gerecht zu werden. Dazu benötigt es Strategien, sich nicht aus dem Blick zu verlieren und vor allen Dingen die Kinder weiterhin gut begleiten zu können.

Unsere Workshops

Unsere Kooperationspartner haben in diesem Jahr 5 verschiedene Workshops vorbereitet, welche für Sie in zwei Runden am Vormittag (11:00 bis 13:00 Uhr) und am Nachmittag (14:00 bis 16:00 Uhr) stattfinden.

Gila Zirfaß-Krauel, nifbe-Prozessbegleiterin, Expertin für themenzentrierte Interaktion

In diesem Workshop schauen wir uns einen erprobten 12 Stufen Plan zur Gesundheitsvorsorge und Resilienz an. Wir lernen Strategien und Übungen kennen, um in angespannten Zeiten uns und unsere Gesundheit zu pflegen frei nach dem Motto des Dalai Lama: Meditiere jeden Tag mindestens eine halbe Stunde, es sei denn du bist im Stress und hast keine Zeit, dann benötigst du eine ganze Stunde. Das geht auch in der Kita oder Schule und vor Allem: Es zahlt sich aus.

Entlastung und Entspannung garantiert!

Maria Mewes, Trainerin in der Qualifizierung Kindertagespflege

Qualitätssicherung und -entwicklung ist ein steter Anspruch in der pädagogischen Arbeit mit Kindern. Wie kann diese kontinuierlich verfolgt werden, während die Pandemie ein Kontinuum in der pädagogischen Arbeit erschwert?

2020 überrollte uns die Pandemie. Plötzlich mussten im pädagogischen Alltag lang erarbeitete, mitunter erkämpfte, Ansprüche an die Qualität abgeändert werden um die Betreuung der Kinder aufrechtzuerhalten. Aus offenen Konzepten wurde vorübergehend Gruppenarbeit, aus Ausflügen ein Einteilen für den Aufenthalt im Kita/Schuleigenen Garten etc. Zeit-, Begegnungs- und Spielkonzepte wurden in erster Linie zugunsten der Pandemiebekämpfung umgesetzt, wo sonst zuerst an die Kinder gedacht wurde. Das ist und war für die pädagogische Arbeit, die Kinder, die Fachkräfte und die Eltern mehr als herausfordernd. Nun kommt der Alltag langsam zurück - ein stückweit verändert - und der Blick wird wieder frei für die Qualitätsentwicklung.

Im Workshop wollen wir erörtern:

-              Wie hat sich unser Blick auf Qualität in der Kinderbetreuung mit der Pandemie verändert?

-              Was hat sich bewährt und was muss neu gedacht werden?

-              Gibt es sogar Gewinne aus der Pandemie für die pädagogische Qualität?

Wir laden Sie ein, gemeinsam Antworten und Möglichkeiten zu finden.

Anja Liebscher, B.A. Bildung und Erziehung im Kindes- und Jugendalter

Kinder haben ein Recht darauf, dass ihren verschiedenen Ausdrucksformen aufmerksam Gehör geschenkt wird, dass ihre Erfahrungen und Perspektiven ernst genommen werden und ihnen die Möglichkeit geboten wird, an der Entwicklung von Kita-Qualität mitzuwirken.

Doch wie kann es gelingen, Perspektiven, Meinungen und Wünsche von Kindern systematisch nachzuvollziehen, sie sichtbar bzw. hörbar zu machen und in die Qualitätsentwicklungsprozesse von Kindertageseinrichtungen einzubinden?

Dafür gilt es, die Themen, Interessen und Fragen der Kinder zu entdecken:

Was finden sie gut, was ärgert oder stört sie, welche Ideen für Veränderungen haben sie? Was trägt dazu bei, dass sie sich wohlfühlen, was trübt ihr Wohlbefinden? Was loben Kinder, worüber beschweren sie sich?

Im Rahmen des Workshops nehmen wir Bezug auf das Projekt „Kinder als Akteure der Qualitätsentwicklung in KiTas", entwickelt vom Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration (DESI) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Iris Nentwig-Gesemann und stellen Ihnen im Überblick dessen Handlungsansätze vor. Im Rahmen eines Erfahrungsaustausches arbeiten wir Anknüpfungspunkte und Transfermöglichkeiten für die KiTa-Praxis heraus.

Ina Paul, Bildungsreferentin und Fachberaterin

Toben, raufen, Kräftemessen gehören seit je her in das kindliche Spiel. Entwicklungspsychologisch benötigen Kinder diese freudvollen spielerischen Erfahrungen um sich zu entwickeln.

Was aber tun, wenn die spielerische Grenze umkippt und Kriegs- und Gewaltspiele anderen Kindern Angst machen? Sollen wir alle aggressiven Spiele verbieten? Welche Alternativen können wir Kindern bieten, die von diesem (Spiel-)Thema nicht abrücken und es immer wieder zeigen?

Wir diskutieren unter anderem, inwieweit solche Spiele zugelassen werden sollten, welche Wirkungen diese Spiele auf andere Kinder haben und  wo wir als Fachkräfte im pädagogischen Alltag Grenzen ziehen müssen.

Diana Paschek, Fachpädagogin, Organisationsberaterin und Mediatorin, Erzieherin

Sterben , Trauer und Tod begegnet Kindern alltäglich, nicht nur, wenn sie Nachrichten sehen oder das geliebte Haustier stirbt. Gerade in der Corona-Pandemie hat es wieder einen Platz mitten im Leben und Alltag gefunden. Für pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen stellen diese Fragen jedoch oftmals eine große emotionale Herausforderung. Es fehlt an „Übung“ und nicht selten lähmt die eigene Ohnmacht einen kreativen und vor allem auch proaktiven methodischen Ansatz damit.

Wie Kinder und wie Erwachsene mit dem Thema umgehen unterscheidet sich u.a. darin, wie der Tod verstanden wird, welche Erfahrungen und Betroffenheit vorliegt. Häufig ist uns der Zugang zu guten Ritualen verloren gegangen, die stärken können. Umgang mit Sterben, Tod und Trauer sind Lebensthemen und vor allem eine Frage individueller Resilienz. Unter diesem Gesichtspunkt wird der Workshop gestaltet werden.  Mit dem Koffer „Vergiss mein nicht“ wird ein pädagogisches „Werkzeug“ vorgestellt, der die Teams vor Ort in ihrer professionellen Arbeit unterstützt.

Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Bitte melden Sie sich unter Angabe der gewünschten Workshops spätestens bis zum 25.07.2022 an.

Es wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 40,- € erhoben. Dieser ist vor Ort in bar zu entrichten.

Für die Anmeldung nutzen Sie bitte den Flyer als Formular. Tragen Sie die Workshops ein, welche Sie am Vormittag und am Nachmittags besuchen möchten und vergessen Sie nicht, auch eine alternative Auswahl anzugeben.

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, uns ihre Anmeldung zu übermitteln:

  • direkt über das Formular (Voraussetzung Acrobat Reader DC/Pro)
  • per Post an: LOFT e.V., Semmelweisstraße 2, 99096 Erfurt
  • per Fax an: 0361 26252 81
  • per E-Mail an: info@loft-thueringen.de

 

Weitere Informationen

Für den Fall verschärfter Coronabestimmungen im Herbst bereiten wir ein Hygienekonzept vor. Dieses können Sie zu gegebener Zeit hier abrufen.

Verantwortlich für die Erhebung und Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten ist die

Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenenbildung Thüringen e.V. (LOFT e.V.)

Semmelweisstr. 2, 99096 Erfurt

Telefon: 0361 262 52 80

info@loft-thueringen.de

Ihre personenbezogenen Daten verarbeiten wir allein zum Zwecke der Vor- und Nachbereitung sowie zur Durchführung des Pädagogischen Fachtages (Art. 6 Abs. 1 Buchst. b DSGVO).

Im Rahmen der Veranstaltung werden auch Fotos angefertigt. Diese werden von den Veranstaltern zum Zweck der Dokumentation und für Öffentlichkeitsarbeit verwendet (Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO). Wenn Sie nicht auf Bildern zu sehen sein möchten, geben Sie dem Fotografen bitte ein Zeichen.

Ihre personenbezogenen Daten werden von uns für die Dauer der Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung der Veranstaltung und darüber hinaus gemäß den gesetzlichen Vorgaben, denen wir unterliegen, gespeichert (Art. 6 Abs. 1 Buchst. c DSGVO).

Wir erteilen Ihnen jederzeit Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Fotos und Daten und informieren Sie über Ihr Recht, jederzeit die Berichtigung, Löschung oder Sperrung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen und ihre Entscheidung hierzu jederzeit abzuändern oder zu widerrufen (Art. 15-19 DSGVO).

Bitte sprechen Sie uns an oder nutzen Sie den Postweg, Fax oder E-Mail.


Fachtagungen der Vorjahre

Ganz unter dem Motto der Nachhaltigkeit stand der Fachtag für pädagogisches Personal für Kitas und Grundschulen, der jährlich in Kooperation mit dem Thüringer Insititut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) und der Landesorganisation der freien Träger der Erwachsenenbildung (LOFT) durchgeführt wird. Er fand in in diesem Jahr in Südthüringen und aus gutem Grund in der Hermann-Lietz-Schule in Haubinda statt.

Weil sich die Lebensbedingungen gefährlich verändern, das Klima zu kippen droht und eine soziale Spaltung unsere Gesellschaft auseinanderreißen könnte, müssen Kinder in eineVerantwortung hineinwachsen, die ihnen einen sensiblen Umgang mit ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen ermöglicht. Sie können bereits ein Bewusstsein entwickeln, das später Grundlage ihres Handelns sein wird.

Mehr als vierzig Teilnehmende diskutierten und lernten auf dem Fachtag zu verschiedenen Themen. Nach einer Einführung zweier junger Erwachsenenbildnerinnen des erfahrenen Bildungscent e.V.  aus Berlin ging es in sechs parallelen Workshops darum, was Klimafolgen für die Arbeit in Kitas und Grundschulen bedeuten. Es ging um das Thema gesunde Ernährung und was das Thema Essen mit der Welt macht. In einem Workshop gab es ganz praktisches Wissen zum Projekt "Faire Kita", was viel Motivation zum Mitmachen erzeugte. In zwei Workshops ging es hinaus in die wunderschöne Umgebung, um positiv in Resonanz mit der Natur zu treten und sie als wichtigen Puffer für die Gesundheit zu begreifen. Es gab Methoden zu erleben, die in der Arbeit mit den Kindern umgesetzt werden können.

Und auch die gastgebende Hermann-Lietz-Schule bot einen Workshop an und lud zu einer spannenden Gedankenreise ein. Über eine Brillensammelaktion für Menschen in Kalkutta haben die Schüler und Schülerinnen eine Beziehung zu Kindern aus Indien aufgebaut und erfuhren dank digitaler Medien, dass ihr Leben sich gar nicht so sehr voneinander unterscheidet. Sie sind doch alle Kinder mit ganz ähnlichen Bedürfnissen. Und so tauschten sie ihre Geschichten in einem Buch aus. Die Tagungsteilnehmenden nahmen den Impuls auf und diskutierten darüber, wie man bei Kindern Perspektivwechsel erzeugen und sie motivieren kann, die gemeinsame Welt ein bisschen besser zu gestalten.

Am Ende des Tages waren sich alle einig, dass die Veranstaltung sehr gut gelungen war. Die Teilnehmenden waren begeistert zu erleben, wie Nachhaltigkeit in der Hermann-Lietz-Schule gelebt wird. Die selbstangebauten Bio-Kartoffeln, die es zum Mittag gab, waren hierfür nur ein Beispiel, die gemeinsame Erarbeitung eines Energiewendeplanes mit den Kindern ein anderes.

So zogen ThILLM und LOFT auch beim diesjährigen pädagogischen Fachtag wieder positive Resonanz und auch die kooperierenden Einrichtungen - die Thüringer Bildungswerke von ver.di, der AWO, der Wirtschaft und des LSB sowie die AG Regionale Bildung bei der LEB - bestätigten eine angenehme Lernatmosphäre und ein konstruktives Miteinander der Pädagoginnen und Pädagogen aus Kitas und Grundschulen.

Freie Träger der Erwachsenenbildung engagieren sich seit vielen Jahren bei der Qualifizierung von pädagogischem Personal. Sie setzen die Pluralität ihrer Methoden und ihre Erfahrung im Umgang mit erwachsenen Lernenden ein, um das für die Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen notwendige Umdenken in Kitas und Grundschulen anzuregen und zu unterstützen.
Die Themen der Workshops richten sich an Pädagog*innen sowohl aus dem Elementar- als auch aus dem Primarbereich. Dadurch entsteht ein Austausch, der das wechselseitige
Verständnis in den Institutionen stärkt, die gelingende Zusammenarbeit fördert und beide Seiten voranbringt.

In Kooperation der Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenbildung in Thüringen e.V. (LOFT) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung
und Medien (ThILLM) werden seit 2016 jährlich Fachtage zu einem aktuellen Bildungsthema angeboten.

Der diesjährige Fachtag fand am 23.10.2021 in der Hermann-Lietz-Schule in Haubinda statt.

Am Samstag, den 10.10.2020 war es wieder so weit:

Vierzig pädagogische Fachkräfte aus Kitas und Grundschulen kamen zum jährlich stattfindenden Fachtag zusammen, um sich auszutauschen und fortzubilden.

Diesmal ging es um das Thema "Wie Kinder Werte entwickeln - wertvoll solidarisch zusammenleben".

Bis zum letzten Tag blieben die Vorbereitungen spannend, weil Dozent*innen coronabedingt ausfielen und für den Landkreis des Veranstaltungsortes, dem Weimarer Land, noch eine Woche zuvor eine einschränkende "Corona-Verordnung" galt.

Dennoch konnten sich die Teilnehmenden über eine gelungene Veranstaltung freuen.

Durch einen Input erhielten sie zunächst Hintergrundwissen zum Prozess der Herausbildung von Werten im Kindesalter. Es ging darum, wie Kinder moralisches Wissen erwerben und sich daraus dann eine Motivation für Moral entwickeln kann. Pädagogisch Verantwortliche müssten sich für die Begleitung dieses Prozesses stets selbst reflektieren: "Was sind meine eigenen Werte? Woher kommen sie? Sie müssten vor allem offen sein, sich selbst zu hinterfragen, betonte die Referentin.

Und sie sollten es wagen, Kinder frühzeitig in Entscheidungen einzubinden: "Welche Idee habt ihr dazu?" und dadurch Erfahrungslernen zu fördern: "Probier's mal aus und wenn es nicht funktioniert, dann musst Du es anders machen."

Und als vom Auditorium die Fragen aus der Praxis kamen "Wie kann das im Alltag funktionieren?" war man schon fast in den Workshop-Diskussionen angekommen, in denen es um die Setzungen in Kita und Grundschule ging, die da zu hinterfragen wären.

Denn im Anschluss hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, das Thema des Fachtages aus einer Auswahl von je vier Workshops in zwei Runden zu vertiefen.

So wurde im Workshop von Maria Mewes "(Be)wertest du noch oder begleitest du schon?" über die Bedeutung des Begriffs Erziehung und den einhergehenden Herausforderungen im pädagogischen Alltag gesprochen. Der Frage, wie pädagogische Verantwortliche ohne Bewertungen wie Belohnungen ausgekommen können, kamen die Teilnehmenden mit Wertschätzung und Anerkennung Kindern und sich selbst gegenüber auf die Spur. Wichtig ist die Frage danach, was wie und warum mit Kindern und für Kinder getan wird.

Die Themen der weiteren Workshopswaren

•             Eine Kultur des Miteinanders im Team entwickeln - aber wie?

•             Prinzessin, Raufbold, Asylant - Worte mit Risiken und Nebenwirkungen.

•             Alle dürfen mitreden - alle wollen bestimmen.

Das Echo auf die Veranstaltung war durchweg positiv, was ganz sicher auch daran lag, dass wir mit der Grundschule in Niederzimmern eine Lokalität für den diesjährigen pädagogischen Fachtag gewählt hatten, in dem den Menschen bereits beim Ankommen ein Geist von Freude am Lernen entgegenschlägt. Mit kreativen jahrgangsübergreifenden Konzepten gelingt es der Schule zunehmend auch Familien über das Einzugsgebiet hinaus zu gewinnen.

Die erwachsenen Lernenden freuten sich an diesem Samstag über die optimalen Bedingungen in der Schule, die auch die pandemiebedingten Einschränkungen für die Veranstaltung erträglich wirken ließen.

Ermöglicht wurde der Pädagogische Fachtag durch eine Kooperation der Landesorganisation der Erwachsenenbildung in Thüringen (LOFT) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM). Und weil in diesem Jahr mit der solidarischen Werteentwicklung ein Thema behandelt wurde, das für das Zusammenleben in Europa von besonders großer Bedeutung ist, gab es auch finanzielle Unterstützung durch die Europarichtlinie der Thüringer Staatskanzlei.

Der pädagogische Fachtag für Kitas und Grundschulen 2019 war wieder einmal sehr inspirierend.

„Was macht Ihr da?“ fragten die Grundschulkinder, als wir in ihrem Foyer den pädagogischen Fachtag vorbereiteten und staunten nicht schlecht, als wir ihnen erklärten, dass aus ganz Thüringen Lehrerinnen und Erzieherinnen an ihre Schule kommen würden um zu lernen.
„Was, die müssen noch lernen?“
Ja, lernen muss man ein ganz Leben lang und weil man gerade Demokratie immer wieder neu erlernen muss, trafen sich 55 Pädagog*innen am 28.09.2019 in der Europaschule Marlishausen zum Thema „Trau-Dich - Demokratie fängt im Kleinen an“. Anhand des Kinderbuches „Die Haltestelle für Dreiräder“ von Rüdiger Hansen und Reinhard Knauer erläuterte die Gastrednerin Yvonne Rehmann vom Institut für Partizipation und Bildung in Kiel, wie Mitbestimmung der Kleinen funktionieren kann und dass oft ganz erstaunliche Dinge herauskommen, wenn Erwachsene die Kinder ernst nehmen. Lernen konnten die Erwachsenen auf dem Fachtag übrigens auch von den Kindern der gastgebenden Schule, die in einem kleinen Programm Heiteres und Wissenswertes aus Europa zu erzählen hatten.

Ganz praxisorientiert ging es dann in zwei Workshop-Runden weiter, in denen sich die Teilnehmenden in jeweils fünf verschiedenen Gesprächsrunden austauschen konnten.

  • Was brauchen Kinder? Was brauchen Fachkräfte? – Erste Schritte zu mehr Partizipation - mit Yvonne Rehmann, freiberufliche Referentin für Kitas und Familienzentren
  • Anliegen von Kindern ernst nehmen, aber wie? – Aktiv einbinden statt übergehen - mit Susanne Schildhauer, Kita-Leiterin, Veränderungsmanagerin NLP
  • Kinderstube Demokratie – Partizipation in Kita und Grundschule (er)leben - mit Anja Liebscher, B.A. Bildung und Erziehung im Kindes- und Jugendalter
  • Emmi Pikler und die Demokratie – beziehungsorientierte pädagogische Begleitung - mit Maria Mewes, Diplombiologin, Ausbilderin für Kindertagespersonen
  • Besser miteinander! – Mit mediativen Instrumenten Konflikte erkennen und lösen - mit Stefan Puppe, Mediator, Supervisor und Coach (DGSv-in Ausbildung).

In einer kreativen Mittagspause bot die Ausstellung Kinderkunst Gesprächsanlässe und motivierte manch Teilnehmende, diese auch an ihre Einrichtung zu holen.

Das Feedback ergab: Die Veranstaltung war gelungen und gab viele Impulse, partizipative Ansätze in der eigenen Kita oder Schule einzuführen oder auszubauen.

Ein großer Dank geht auch an das hochmotivierte Team der Europaschule, die für ein herzliches und wohlschmeckendes Begleitprogramm sorgten.

Am Samstag, den 01.09.2018, herrschte Hochbetrieb in der freien Montessorischule Kleeblatt in Leinefelde-Beuren.

Doch waren es ausnahmsweise keine Kinder, die zum Lernen in die Grundschule gekommen waren.

Circa 40 Pädagoginnen und Pädagogen aus ganz Thüringen waren angereist, um sich zum Thema Individualität und Individualisierung auszutauschen. Sie diskutierten darüber, wie man Kinder in ihrer Individualität ernst nehmen und sie gleichzeitig auf ein Leben in der Gesellschaft vorbereiten und Vereinzelungstendenzen durch die Entwicklung von Teamfähigkeit begegnen kann.

Der Hauptreferent, Professor Dr. Malte Mienert, beleuchtete Selbstbildungsprozesse von Kindern und die Rollen derer, die sie begleiten. Er zeigte Wege auf, wie sich die Ausrichtung der Bildungsgrundsätze auf die Selbstbildung der Kinder mit den Alltagsanforderungen in einer Kita oder Schule verbinden lässt. Im Zentrum standen Fragen wie: Dürfen die Kinder jetzt machen, was sie wollen? Reicht es für die Bildung der Kinder aus, wenn sie den ganzen Tag 'nur' spielen? Sollte man die Kinder nicht doch motivieren, sich auch mit Sachen zu beschäftigen, an denen sie zunächst keinen Spaß haben? Und darf man das überhaupt? Und was ist mit der Schule?

Auf der pädagogischen Fachtagung ging es darum, wieviel Selbstbildung möglich und wieviel Fremdbildung notwendig ist. Gemeinsam entwickelten die Teilnehmenden Ideen, wie das kindliche Lernen in der Kita oder Grundschule befördert werden kann und welches dabei die Aufgaben der Pädagoginnen und Pädagogen in ihrem Umfeld sind.

In parallelen Workshops gab es Anregungen und Austausch dazu, wieviel Individualität machbar und sinnvoll ist, wobei hier sowohl der Kleinkindbereich, die Kita, die Übergänge zur Schule als auch die Grundschule thematisiert wurden.

Zwischen den Teilnehmenden aus Kitas und Grundschulen entstand ein reger Austausch, der das wechselseitige Verständnis auf beiden Seiten stärkt und dadurch die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit verbessert.

Ermöglicht wurde die Fachtagung durch eine Kooperation der Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenbildung in Thüringen e.V. (LOFT) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM. Seit 2016 werden jährlich Fachtagungen zu einem aktuellen Bildungsthema angeboten. Dass nach Triptis und Erfurt in diesem Jahr das Eichsfeld Austragungsort war, ist der engagierten Leiterin der Montessori-Grundschule Kleeblatt zu verdanken. Gemeinsam mit ihrem Team sorgte sie für ein wundervolles Ambiente. So konnten sich die Tagungsteilnehmenden nicht nur zu Montessori-Materialien informieren. In den Pausen gab es Kräuterführungen am Barfußpfad und Kostproben leckeren Brotes aus dem Holzbackofen der Schule.

Im Jahr 2017 stand das Thema Kindliche Sexualität im Fokus der Kooperation und eröffnete neben der Vermittlung alltagsnaher Theorie und Methodik die Möglichkeit zur Reflektion des persönlichen Arbeitsalltages.

Was hat es auf sich mit der Sexualität im Kindesalter? Worauf muss man achten und wie kann man Kinder in ihrer Entwicklung am besten unterstützen? Diesen Fragen gingen mehr als 70 Pädagog*innen aus Kitas und Grundschulen auf der Fachtagung nach und kamen dafür aus ganz Thüringen in die Erfurter Grundschule „Otto Lilienthal“.

Nach einer einführenden Betrachtung der psychosexuellen Entwicklung des Kindes aus der Perspektive der empirischen Forschung durch Prof.in Dr. Bettina Schuhrke arbeiteten die Teilnehmer*innen praxisorientiert in verschieden Workshops. Sie tauschten sich z.B. darüber aus, wie die Haltung der pädagogischen Bezugsperson auf die Entwicklung des Kindes wirkt. Oder darüber, wie Kinder ihren Körper entdecken und erleben, was ihnen gut tut und was nicht, was Kinder stark macht und wie man erkennen kann, wovor man sie schützen muss. Es gab einen regen Austausch und großen Wissenszuwachs zum Thema der kindlichen Sexualität als Spannungsfeld zwischen sexueller Bildung und Schutz vor Missbrauch.

Viel Anlass zum Lachen gab es nach der Mittagspause, als Künstler*innen des Theaters“dieSCHOTTE“ verschiedene Gefühle und Situationen improvisierten.

Begleitet wurde die Fachtagung durch Comics von Martina Schradi zum Thema „ „Ach, so ist das?! - Vielfalt zu geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen“. Die Ausstellung, die auch in der Gemeinschaftsschule am Roten Berg schon erfolgreich gezeigt wurde, konnte in der Grundschule „Otto Lilienthal“ noch zwei Wochen nach der Fachtagung besichtigt werden.

Eingeladen hatten die Landesorganisation der freien Träger der Erwachsenenbildung in Thüringen (LOFT) und das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM), die seit zwei Jahren miteinander kooperieren, um die Expertise der Erwachsenenbildung für die Qualifizierung des pädagogischen Personals zu nutzen. Als Träger der Erwachsenenbildung waren in diesem Jahr die AG Regionale Bildung, das Bildungshaus St. Ursula, das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft sowie das LSB-Thüringen Bildungswerk beteiligt. Zwei Referentinnen kamen darüber hinaus vom Biltz e.V..

Für ein wundervolles Tagungsambiente sorgte das Team der Grundschule „Otto Lilienthal“. In dem liebevoll eingerichteten Gebäude verwöhnten Schüler*innen als Genussexperten die Teilnehmenden der Tagung mit leckeren Imbisshäppchen, die sie selbst zubereitet hatten und voller Stolz präsentierten.