Freie Träger der Erwachsenenbildung engagieren sich seit vielen Jahren auch bei der Qualifizierung von pädagogischem Personal in Kindertagesstätten und Grundschulen. Sie setzen die Pluralität ihrer Methoden und ihre Erfahrung im Umgang mit erwachsenen Lernenden ein, um das für die Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen notwendige Umdenken in Kindertagesstätten und Grundschulen voranzutreiben.

In Kooperation mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) arbeitet LOFT daran, die Kräfte der Partner zu bündeln und die Angebote wirkungsvoller verbreiten zu können. Den Höhepunkt bilden jährlich thematisch ausgerichtete Fachtagungen.


Pädagogischer Fachtag 2020: "Wie Kinder Werte entwickeln - wertvoll solidarisch zusammenleben"

Samstag, den 10. Oktober 2020, in der Grundschule Niederzimmern

 

Gerade die letzten Monate haben uns gezeigt wie leicht Unvorhersehbares geschehen kann, auf das wir keinen Einfluss haben, das jedoch unser Leben direkt beeinflusst.

Ereignisse wie „Corona“ schienen zunächst wenig mit uns zu tun zu haben, aber sie zeigen, dass etwas Besonderes passiert, das einen Kompass in uns fordert. Sie machen uns deutlich, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen, wie unsere Kinder aufwachsen und welche Werte wir ihnen mitgeben.

Werte sind eine grundlegende Voraussetzung für unser alltägliches Zusammenleben in der Gemeinschaft. Ihre Bedeutung geht weit über das persönliche Umfeld hinaus. Letztendlich werden die Wertevorstellungen unserer Kinder darüber entscheiden, wie wir künftig länderübergreifenden oder gar weltumspannenden Herausforderungen begegnen.

Somit ist das diesjährige Thema des pädagogischen Fachtagesauch ein europäisches. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Kinder bei der Entwicklung von Werten zu unterstützen, die es braucht, damit Europa nicht auseinanderfällt und die für ein solidarisches Miteinander bedeutsam sind. Unsere Fachtagung will Einflussfaktoren auf die kindliche Werteorientierung aufzeigen, in praxisorientierten Workshops Anregungen geben und Mut für die weitere Arbeit machen.

Die Themen der Workshops richten sich an Pädagog*innen sowohl aus dem Elementar- als auch aus dem Primarbereich. Dadurch entsteht ein Austausch, der das wechselseitige Verständnis in den Institutionen stärkt, die gelingende Zusammenarbeit fördert und beide Seiten voranbringt.

Freie Träger der Erwachsenenbildung engagieren sich seit vielen Jahren bei der Qualifizierung von pädagogischem Personal. Sie setzen die Pluralität ihrer Methoden und ihre Erfahrung im Umgang mit erwachsenen Lernenden ein, um das für die Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen notwendige Umdenken in Kitas und Grundschulen anzuregen und zu unterstützen.

In Kooperation der Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenbildung Thüringen e.V. (LOFT) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) werden seit 2016 jährlich Fachtage zu einem aktuellen Bildungsthema angeboten. Wir freuen uns, Sie in diesem Jahr in der Grundschule Niederzimmern begrüßen zu können.

ThILLM Veranstaltungsnummer: 21 380 0801

 

Die Veranstaltung findet in der

Staatlichen Grundschule Niederzimmern

Weimarische Str. 42

99428 Niederzimmern statt.

Der Veranstaltungsort ist mit dem PKW gut zu erreichen. Parkmöglichkeiten befinden sich auf dem Parkplatz der regelschule nebenan sowie im öffentlichen Verkehrsraum rund um den Schulcampus.

Flyer

9:00 Uhr              Ankommen

9:30 bis 10:30     Begrüßung - Hauptvortrag

10:30 bis 11:00   Kaffeepause

11:00 bis 13:00   Workshop-Runde 1

13:00 bis 14:00   Mittagspause und Mitmachangebote

14:00 bis 16:00   Workshop-Runde 2

Sie können an unserem Büchertisch stöbern oder auch Informationsmaterial in verschiedenen Sprachen mitnehmen.

Speisen uns Getränke werden durch die Schule bereitgestellt (kostenpflichtig).

Wie Kinder Werte entwickeln - wertvoll solidarisch zusammenleben

Dr. Katja Ludwig, Erziehungswisschenaftlerin, Multiplikatorin Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

Am 27. Oktober 2019 zieht die rechtpopulistische AfD mit 23,4 in unseren Thüringer Landtag ein, am 5. Februar 2020 deutet alles darauf hin, dass die AfD nur zum Schein einen eigenen Kandidaten aufstellt und geschlossen für den FDP-Kandidaten als Ministerpräsidenten stimmt. Tausende Familien demonstrieren spontan mit ihren Kindern gegen diese Wahl auf den Straßen Deutschlands. Am 17. März 2020 werden aufgrund der Verbreitung des Corona-Virus´ alle Schulen und Kitas in Thüringen geschlossen, es findet vorerst lediglich eine Notbetreuung für Eltern statt, die in kritischen Infrastrukturen tätig sind. Eltern werden angehalten, zuhause zu arbeiten und parallel ihre Kinder zu betreuen. Ansonsten gelten strenge Kontaktverbote. Der Alltag verändert sich grundsätzlich und rasend schnell. Nur langsam öffnet sich die Gesellschaft wieder in Richtung Normalität.

Diese Ausschnitte aus dem Alltag der letzten Monate in Thüringen und weit über seine Grenzen hinaus verdeutlichen, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen, wie unsere Kinder aufwachsen und welche Werte wir ihnen mitgeben wollen.

Werte sind eine grundlegende Voraussetzung für unser alltägliches Zusammenleben in der Gemeinschaft. Sie sind ein Fundament, um eine Beziehung zu sich selbst und zu anderen aufzubauen. Sie beeinflussen unsere Denk- und Handlungsmuster, etwa wie wir mit Anderen interagieren, unsere Bewertungskriterien oder Wünsche und Interessen.

Doch wie erfahren und erleben Kinder in der Gesellschaft und insbesondere in ihrer Familie Solidarität, indem zum Beispiel in Kauf genommen wird, dass die persönliche Freiheit eingeschränkt wird, um das Ansteckungsrisiko für Risikogruppen zu vermindern? Dass Nachbarn und Verwandte nach ihrem Befinden gefragt werden? Dass gemeinsam auf Balkonen gesungen oder Mundschutzmasken für Fremde genäht werden? Dass emphatisch auf die Nöte und Bedürfnisse der Kinder eingegangen wird, bspw. während der Isolation Zuhause?

Oder erleben Kinder, dass Eigeninteressen im Vordergrund stehen, etwa durch Hamsterkäufe von Hygieneartikeln, Desinfektionsmitteln und Babynahrung und Gruppen illegale Zusammenkünfte feiern? Dass Eltern aufgrund ihrer Selbständigkeit oder Kurzarbeit Existenzängste ausstehen? Dass das Zusammenleben in der kleinen Wohnung als unerträglich und konfliktreich erlebt wird?

So individuell, wie Kinder sind, so individuell werden ihre Erfahrungen und Erlebnisse sein, mit denen sie in die Kitas und Schulen zurückkehren. Für pädagogische Fachkräfte stellt dies eine Herausforderung dar.

Im Vortrag wird aufgezeigt, welche Einflussfaktoren auf die kindliche Werteorientierung wirken und in welchen Phasen der kognitiven und moralischen Entwicklung Kinder sich Wertevorstellungen aneignen. Dabei steht insbesondere Ihre Rolle als pädagogische Fachkraft mit eigenen Wertevorstellungen im Zentrum.

Unsere Workshops

Unsere Kooperationspartner haben auch in diesem Jahr wieder fünf Workshops vorbereitet, welche für Sie in zwei Runden am Vormittag (11:00 bis 13:00 Uhr) und am Nachmittag (14:00 bis 16:00 Uhr) stattfinden.

Dr. Katja Ludwig, Bildungsreferentin der Thüringer Sozialakademie

Kindern Werte zu vermitteln funktioniert in erster Linie durch ein Vorbildverhalten, eine positive Beziehung zum Kind und Anerkennung. Damit stellen gemeinsame Werte eine Grundlage der pädagogischen Arbeit dar. Doch welche Werte sollen den Kindern vermittelt werden und welche Werte haben mich geprägt? Dies sind beispielhafte Leitfragen, mit denen sich im Workshop auseinandergesetzt wird. Lassen Sie uns gemeinsam Ihren Werten auf die Spur kommen und Anregungen entwickeln, wie Sie in Ihrem Team ein Miteinander entfalten.

Daniela Bremmel, Erziehungswissenschaftlerin (M.A.)

Bezeichnungen wie „Neunmalklug“, „Prinzessin“, „Quasselstrippe“, oft unbedacht als Kosenamen verwendet, können eine große Wirkung entfalten. Was haben diese Zuschreibungen zur Folge? Wie Pädagog*innen die Interaktion zu Kindern gestalten, hat Einfluss darauf, welches Selbstbild und Selbstkonzept Kinder von sich entwickeln. Sensibel werden für die Macht der Sprache, für die Wirkung von Worten und die Wichtigkeit einer wertfreien Kommunikation mit Kindern, darum geht es in diesem Workshop.

Anja Liebscher, B.A. Bildung und Erziehung im Kindes- und Jugendalter

Im Rahmen des Workshops greifen wir im gemeinsamen Austausch eine kindgerechte Wertevermittlung in Kita und Grundschule auf. Wir möchten Ihnen Anregungen geben, mit Kindern Werte bewusst zu diskutieren. Gemeinsam mit Ihnen richten wir einen Blick in die Arbeit mit Kindern auf demokratische Bildung und der Umgang mit Vielfalt.

Maria Mewes, Diplombiologin, zertifizierte Ausbilderin für Kindertagespersonen

Was ist Ziel pädagogischen Handelns? Mit Belohnung und Sanktionen zu richten und so zu versuchen Richtig und Falsch zu vermitteln? Eher nicht. Denn damit stecken wir in einem Hamsterrad fest und kommen von dieser starren Wertevermittlung nicht los. Werte können vielfältiger vermittelt werden. Mit Beziehung statt Manipulation und Gängelei.

Dieser Workshop fällt leider aus!

Norbert Koch, Bildungsreferent des DJK Landesverbandes NRW

Den eigenen „Werterucksack“ zu packen, beginnt ganz früh und hört vielleicht nie auf. Eine besondere Bedeutung und Chance liegt in der Kindheit. Wir gehen der Frage nach, wie wir unseren Kindern helfen können, mit Erlebnissen im Spiel und im Sport ihren persönlichen WERTErucksack zu packen. Mit 1.000 Ideen für Bewegung, Spiel und Sport erleben Sie eine spielerisch erlebte WERTEvermittlung.

Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen. Bitte melden Sie sich unter Angabe der gewünschten Workshops rechtzeitig – jedoch spätestens bis zum 18.09.2020 an.

Für die Anmeldung nutzen Sie bitte den Flyer als Formular. Kreuzen Sie die Workshops an, welche Sie am Vormittag und am Nachmittags besuchen möchten und vergessen Sie nicht, auch eine alternative Auswahl anzugeben.

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, uns ihre Anmeldung zu übermitteln:

  • per Post an: LOFT e.V., Semmelweisstraße 2, 99096 Erfurt
  • per Fax an: 0361 26252 81
  • per E-Mail an: info@loft-thueringen.de

 

Weitere Informationen

In Zusammenarbeit mit der Grundsschule Niederzimmern und unter Berücksichtigung der aktuellen Vorschriften haben wir für die Durchführung der Veranstaltung ein Hygienekonzept erstellt. Dieses steht ab sofort zum Download für Sie bereit.

Download Hygienkonzept 10.10.2020

Verantwortlich für die Erhebung und Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten ist die

Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenenbildung Thüringen e.V. (LOFT e.V.)

Semmelweisstr. 2, 99096 Erfurt

Telefon: 0361 262 52 80

info@loft-thueringen.de

Ihre personenbezogenen Daten verarbeiten wir allein zum Zwecke der Vor- und Nachbereitung sowie zur Durchführung des Pädagogischen Fachtages (Art. 6 Abs. 1 Buchst. b DSGVO).

Im Rahmen der Veranstaltung werden auch Fotos angefertigt. Diese werden von den Veranstaltern zum Zweck der Dokumentation und für Öffentlichkeitsarbeit verwendet (Art. 6 Abs. 1 Buchst. f DSGVO). Wenn Sie nicht auf Bildern zu sehen sein möchten, geben Sie dem Fotografen bitte ein Zeichen.

Ihre personenbezogenen Daten werden von uns für die Dauer der Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung der Veranstaltung und darüber hinaus gemäß den gesetzlichen Vorgaben, denen wir unterliegen, gespeichert (Art. 6 Abs. 1 Buchst. c DSGVO).

Wir erteilen Ihnen jederzeit Auskunft über die zu Ihrer Person gespeicherten Fotos und Daten und informieren Sie über Ihr Recht, jederzeit die Berichtigung, Löschung oder Sperrung Ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen und ihre Entscheidung hierzu jederzeit abzuändern oder zu widerrufen (Art. 15-19 DSGVO).

Bitte sprechen Sie uns an oder nutzen Sie den Postweg, Fax oder E-Mail.


Fachtagungen der Vorjahre

Der pädagogische Fachtag für Kitas und Grundschulen 2019 war wieder einmal sehr inspirierend.

„Was macht Ihr da?“ fragten die Grundschulkinder, als wir in ihrem Foyer den pädagogischen Fachtag vorbereiteten und staunten nicht schlecht, als wir ihnen erklärten, dass aus ganz Thüringen Lehrerinnen und Erzieherinnen an ihre Schule kommen würden um zu lernen.
„Was, die müssen noch lernen?“
Ja, lernen muss man ein ganz Leben lang und weil man gerade Demokratie immer wieder neu erlernen muss, trafen sich 55 Pädagog*innen am 28.09.2019 in der Europaschule Marlishausen zum Thema „Trau-Dich - Demokratie fängt im Kleinen an“. Anhand des Kinderbuches „Die Haltestelle für Dreiräder“ von Rüdiger Hansen und Reinhard Knauer erläuterte die Gastrednerin Yvonne Rehmann vom Institut für Partizipation und Bildung in Kiel, wie Mitbestimmung der Kleinen funktionieren kann und dass oft ganz erstaunliche Dinge herauskommen, wenn Erwachsene die Kinder ernst nehmen. Lernen konnten die Erwachsenen auf dem Fachtag übrigens auch von den Kindern der gastgebenden Schule, die in einem kleinen Programm Heiteres und Wissenswertes aus Europa zu erzählen hatten.

Ganz praxisorientiert ging es dann in zwei Workshop-Runden weiter, in denen sich die Teilnehmenden in jeweils fünf verschiedenen Gesprächsrunden austauschen konnten.

  • Was brauchen Kinder? Was brauchen Fachkräfte? – Erste Schritte zu mehr Partizipation - mit Yvonne Rehmann, freiberufliche Referentin für Kitas und Familienzentren
  • Anliegen von Kindern ernst nehmen, aber wie? – Aktiv einbinden statt übergehen - mit Susanne Schildhauer, Kita-Leiterin, Veränderungsmanagerin NLP
  • Kinderstube Demokratie – Partizipation in Kita und Grundschule (er)leben - mit Anja Liebscher, B.A. Bildung und Erziehung im Kindes- und Jugendalter
  • Emmi Pikler und die Demokratie – beziehungsorientierte pädagogische Begleitung - mit Maria Mewes, Diplombiologin, Ausbilderin für Kindertagespersonen
  • Besser miteinander! – Mit mediativen Instrumenten Konflikte erkennen und lösen - mit Stefan Puppe, Mediator, Supervisor und Coach (DGSv-in Ausbildung).

In einer kreativen Mittagspause bot die Ausstellung Kinderkunst Gesprächsanlässe und motivierte manch Teilnehmende, diese auch an ihre Einrichtung zu holen.

Das Feedback ergab: Die Veranstaltung war gelungen und gab viele Impulse, partizipative Ansätze in der eigenen Kita oder Schule einzuführen oder auszubauen.

Ein großer Dank geht auch an das hochmotivierte Team der Europaschule, die für ein herzliches und wohlschmeckendes Begleitprogramm sorgten.

Am Samstag, den 01.09.2018, herrschte Hochbetrieb in der freien Montessorischule Kleeblatt in Leinefelde-Beuren.

Doch waren es ausnahmsweise keine Kinder, die zum Lernen in die Grundschule gekommen waren.

Circa 40 Pädagoginnen und Pädagogen aus ganz Thüringen waren angereist, um sich zum Thema Individualität und Individualisierung auszutauschen. Sie diskutierten darüber, wie man Kinder in ihrer Individualität ernst nehmen und sie gleichzeitig auf ein Leben in der Gesellschaft vorbereiten und Vereinzelungstendenzen durch die Entwicklung von Teamfähigkeit begegnen kann.

Der Hauptreferent, Professor Dr. Malte Mienert, beleuchtete Selbstbildungsprozesse von Kindern und die Rollen derer, die sie begleiten. Er zeigte Wege auf, wie sich die Ausrichtung der Bildungsgrundsätze auf die Selbstbildung der Kinder mit den Alltagsanforderungen in einer Kita oder Schule verbinden lässt. Im Zentrum standen Fragen wie: Dürfen die Kinder jetzt machen, was sie wollen? Reicht es für die Bildung der Kinder aus, wenn sie den ganzen Tag 'nur' spielen? Sollte man die Kinder nicht doch motivieren, sich auch mit Sachen zu beschäftigen, an denen sie zunächst keinen Spaß haben? Und darf man das überhaupt? Und was ist mit der Schule?

Auf der pädagogischen Fachtagung ging es darum, wieviel Selbstbildung möglich und wieviel Fremdbildung notwendig ist. Gemeinsam entwickelten die Teilnehmenden Ideen, wie das kindliche Lernen in der Kita oder Grundschule befördert werden kann und welches dabei die Aufgaben der Pädagoginnen und Pädagogen in ihrem Umfeld sind.

In parallelen Workshops gab es Anregungen und Austausch dazu, wieviel Individualität machbar und sinnvoll ist, wobei hier sowohl der Kleinkindbereich, die Kita, die Übergänge zur Schule als auch die Grundschule thematisiert wurden.

Zwischen den Teilnehmenden aus Kitas und Grundschulen entstand ein reger Austausch, der das wechselseitige Verständnis auf beiden Seiten stärkt und dadurch die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit verbessert.

Ermöglicht wurde die Fachtagung durch eine Kooperation der Landesorganisation der freien Träger in der Erwachsenbildung in Thüringen e.V. (LOFT) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM. Seit 2016 werden jährlich Fachtagungen zu einem aktuellen Bildungsthema angeboten. Dass nach Triptis und Erfurt in diesem Jahr das Eichsfeld Austragungsort war, ist der engagierten Leiterin der Montessori-Grundschule Kleeblatt zu verdanken. Gemeinsam mit ihrem Team sorgte sie für ein wundervolles Ambiente. So konnten sich die Tagungsteilnehmenden nicht nur zu Montessori-Materialien informieren. In den Pausen gab es Kräuterführungen am Barfußpfad und Kostproben leckeren Brotes aus dem Holzbackofen der Schule.

Im Jahr 2017 stand das Thema Kindliche Sexualität im Fokus der Kooperation und eröffnete neben der Vermittlung alltagsnaher Theorie und Methodik die Möglichkeit zur Reflektion des persönlichen Arbeitsalltages.

Was hat es auf sich mit der Sexualität im Kindesalter? Worauf muss man achten und wie kann man Kinder in ihrer Entwicklung am besten unterstützen? Diesen Fragen gingen mehr als 70 Pädagog*innen aus Kitas und Grundschulen auf der Fachtagung nach und kamen dafür aus ganz Thüringen in die Erfurter Grundschule „Otto Lilienthal“.

Nach einer einführenden Betrachtung der psychosexuellen Entwicklung des Kindes aus der Perspektive der empirischen Forschung durch Prof.in Dr. Bettina Schuhrke arbeiteten die Teilnehmer*innen praxisorientiert in verschieden Workshops. Sie tauschten sich z.B. darüber aus, wie die Haltung der pädagogischen Bezugsperson auf die Entwicklung des Kindes wirkt. Oder darüber, wie Kinder ihren Körper entdecken und erleben, was ihnen gut tut und was nicht, was Kinder stark macht und wie man erkennen kann, wovor man sie schützen muss. Es gab einen regen Austausch und großen Wissenszuwachs zum Thema der kindlichen Sexualität als Spannungsfeld zwischen sexueller Bildung und Schutz vor Missbrauch.

Viel Anlass zum Lachen gab es nach der Mittagspause, als Künstler*innen des Theaters“dieSCHOTTE“ verschiedene Gefühle und Situationen improvisierten.

Begleitet wurde die Fachtagung durch Comics von Martina Schradi zum Thema „ „Ach, so ist das?! - Vielfalt zu geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen“. Die Ausstellung, die auch in der Gemeinschaftsschule am Roten Berg schon erfolgreich gezeigt wurde, konnte in der Grundschule „Otto Lilienthal“ noch zwei Wochen nach der Fachtagung besichtigt werden.

Eingeladen hatten die Landesorganisation der freien Träger der Erwachsenenbildung in Thüringen (LOFT) und das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM), die seit zwei Jahren miteinander kooperieren, um die Expertise der Erwachsenenbildung für die Qualifizierung des pädagogischen Personals zu nutzen. Als Träger der Erwachsenenbildung waren in diesem Jahr die AG Regionale Bildung, das Bildungshaus St. Ursula, das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft sowie das LSB-Thüringen Bildungswerk beteiligt. Zwei Referentinnen kamen darüber hinaus vom Biltz e.V..

Für ein wundervolles Tagungsambiente sorgte das Team der Grundschule „Otto Lilienthal“. In dem liebevoll eingerichteten Gebäude verwöhnten Schüler*innen als Genussexperten die Teilnehmenden der Tagung mit leckeren Imbisshäppchen, die sie selbst zubereitet hatten und voller Stolz präsentierten.